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RAN ANS SYSTEM – Ab 9. Oktober gewährt das Leipziger Centraltheater Asyl

Pünktlich zu den Feierlichkeiten aus Anlass der Friedlichen Revolution 89 hat sich der durch Funk und Fernsehen als Öff!Öff! bekannte Systemaussteiger Jürgen Wagner entschlossen, wieder näher ans System heranzurücken. Er hat Parteien, Verbände und Institutionen gebeten, ihm Asyl zu gewähren. Das Schauspiel Leipzig ist seiner Bitte nachgekommen.

Am 9. Oktober zieht Öff!Öff! für maximal sechs Wochen auf das Gelände rund um das Weiße Haus, den Spielort des Centraltheater in der Bosestraße. In einer sozialen Dauerinstallation wird er auf dem Areal leben, lesen, lieben – und in Erinnerung an die verpufften Visionen deutsch-deutscher Einheit über sein Gegenmodell informieren und es unter das krisengeschüttelte Volk, das »Wir« sind, streuen.

»Wir brauchen einen radikalen Ruck, eine totale Gesellschaftsmetamorphose, um 20 Jahre nach der Wende endlich alle Mauern abzureißen! Wir brauchen mehr Nähe! Lichterfeste schön und gut, aber wer zahlt den Strom? Kapitalismus ist ein kapitaler Fehler, aber aus dem System aussteigen bringt nichts. Deshalb wage ich den Selbstversuch und nähere mich ab Oktober dem System wieder an, um Kräfte zu bündeln und das innere Licht zum Leuchten zu bringen. Ein kleiner Schritt für mich, ein großer Schritt für eine organische Menschheitsfamilie.«

In der Heldenstadt Leipzig sucht Wagner den Prototyp des neuen deutschen Helden, einer neuen deutschen Heimat. Der Wiedereinsteiger, der »für ein System der Vernunft und Liebe« eintritt, will Passanten zum gewalt- und gebührenfreien Leben in seine Jurte laden, Ideologie-Workshops abhalten und Exkursionen in die Stadt unternehmen. Geplant sind u.a. informelle Treffen mit Bundes- und Stadtpolitikern, Kirchenvertretern, Wissenschaftlern, Wahrsagern und Kulturschaffenden. Sein Asyl untermauern will Öff!Öff! durch eine öffentliche Fastenaktion.

REIN INS SYSTEM [Teil 1] – Eine Dauerinstallation mit Jürgen und Richard Wagner, Luther, Gandhi, Beuys, Marx, Obama, Rudolf von Laban, Fürst Kropotkin, David Foster Wallace und Juri Gagarin startet am 9. Oktober auf dem Gelände des Weißen Hauses, Bosestraße/Ecke Gottschedstraße, 04105 Leipzig.

In der Folge der Installation behält sich das Schauspiel Leipzig vor, weitere systematisch Asylsuchende für geraume Zeit bei sich aufzunehmen, um ihr Gegen-Modell zur deutschen Gegen-Wart vorstellen zu können.

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