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Österreichische Erstaufführung: MEINE ELEKTRA von Koos Terpstra, Burgtheater Wien

20.03.2009

Premiere 25.03.2009, Kasino am Schwarzenbergplatz, 20.00 Uhr

Aus den Tiefen des Palastes, aus den Gemächern der Frauen, von dort, wo die Königin schläft, hallt ein Schrei, der alle bis ins Mark erschüttert, der bis an die Grenzen der Stadt getragen wird.

Klytämnestra erwacht aus einem bösen Traum, den sie nicht deuten kann. Doch ahnt sie, dass ihr das Schicksal Schlimmes prophezeit. Das Blut des Gatten, das an ihren Händen klebt, will Rache.

Und schon am nächsten Tag dreht sich die mörderische Spirale aus Schuld, Rache und Vergeltung weiter. Orest kehrt nach Jahren in der Fremde mit seinem Erzieher zurück in das Haus seiner Kindheit. Hier erschlug seine Mutter den Vater grausam im Bad, hier wartet Elektra verzweifelt darauf, dass der Mord am Vater endlich gerächt wird.

Kindsmord, Gattenmord, Muttermord benennen das entsetzliche Geschehen in diesem Drama - die wahre Tragödie aber liegt darin, dass sich das umfassende System, in dem diese Morde eingebettet sind, nicht durchbrechen lässt: Mord folgt auf Mord, und bis heute erzeugt Gewalt stets wiederum Gewalt.

Der niederländische Autor und Theaterleiter Koos Terpstra hat "Meine Elektra" im Frühjahr 1999 als unmittelbare Reaktion auf den Einsatz der NATO im Kosovokrieg geschrieben. Für seine subjektive Sicht auf den antiken Stoff bezieht er sich auf Aischylos, Sophokles und Euripides, aber auch auf Hofmannsthal. Er nannte sein Stück "Meine Elektra", um - wie er selbst sagt - Missverständnissen vorzubeugen. In seiner Elektra verschiebt Koos Terpstra die Akzente zu Gunsten einer ins Alltägliche gewendeten Auseinandersetzung mit dem Stoff. Er findet eine neue Sprache für den alten Mythos und bringt wichtige menschliche und soziale Fragen zur Sprache, die er stets aus einer individuellen Perspektive zeigt.

Regie: Barbara Nowotny

Ausstattung: Angelika Höckner, Viktoria Rautscher

Musik: Rainer Jörissen

Dramaturgie: Britta Kampert

Elektra Pauline Knof

Klytämnestra Myriam Schröder

Orest Patrick O. Beck

Erzieher Dirk Nocker

Karim Karim Chérif

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Herausgeber des Beitrags: theaterkompass.de

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