Theaterkompass.de Logo

NATHANS TOD IN JERUSALEM von Ali Jalaly - Nach dem Roman "Rückkehr nach Hailfa" Von Ghassan Kanafani - Theater Tiefrot in Köln

11.09.2014

Premiere 18.09.2014, 20:30. -----

Hier geht es um den Konflikt in Israel. Dieser moderne Nathan, als Akbar bei palästinensischen Eltern geboren, wächst in einer jüdischen Familie auf. Das Leid, das der nicht enden wollende Bürgerkrieg zwischen Israelis und Palästinensern erzeugt, ist in der geeinten Zwienatur Nathan-Akbar komprimiert.

Zwanzig Jahre hat er seine aus ihrem Haus und aus Haifa vertriebenen Eltern nicht gesehen. Dann stehen sie plötzlich im Wohnzimmer. Die humanistische Verständigung zwischen den Weltreligionen, die Nathan der Weise in Lessings gleichnamigem Schauspiel anhand der Ringparabel beschwört, wird hier kritisch in Frage gestellt. Palästina brennt. Und Nathan wird sterben.

Während Lessings Nathan also noch mittels der Ringparabel über die Gleichwertigkeit der drei Weltreligionen (Judentum, Christentum und Islam) für den Humanismus als Credo der Aufklärung eintritt, spiegelt „Nathans Tod in Jerusalem“ den Verlust dieser Vorstellung im alltäglichen Konflikt. Humanität ist – im Sinne der negativen Dialektik Adornos – nur noch in ihre Abwesenheit erfahrbar.

„Warum willst du einen Israeli töten?

Warum willst du einen Palästinenser töten?

Sie töten uns und wir töten sie, sonst nichts.

Das ist eine Art Spiel!“

Jalalys Konzept, den Nahost-Konflikt anhand zweier Einzelschicksale verständlich zu machen, geht auf: Er zeigt zwei Volksgruppen, die viel Leid ertragen mussten und sich beide im Recht sehen, endlich in Frieden zu leben ... Es gelingt Jalaly, einen skurrilen, ja sogar komischen Zug in das ernste Thema zu bringen, ohne es dadurch zu verharmlosen.

Regie: Ali Jalaly

Regieassistenz: Derya Güven

Mit: Eva Marianne Kraiss, Christina Woike, Inga Stück, Jürgen Clemens

Weitere Informationen zu diesem Beitrag



Herausgeber des Beitrags: theaterkompass.de

Teile den Beitrag auf

Background image of the page