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Mozarts «Le nozze di Figaro» im Opernhaus Zürich Mozarts «Le nozze di Figaro» im Opernhaus Zürich Mozarts «Le nozze di...

Mozarts «Le nozze di Figaro» im Opernhaus Zürich

Premiere Sonntag, 19. Juni 2022, 19.00 Uhr

Die Veröffentlichung des Schauspieltextes Der tolle Tag oder Die Hochzeit des Figaro war in Paris kurz vor der Französischen Revolution ein Skandal. Geschrieben hatte ihn Pierre-Augustin Caron de Beaumarchais, ein Uhrmacher, Finanzspekulant und Gelegenheitsdichter, der in seiner Komödie die Zustände seiner Zeit verspottet: Willkür und Amoral des Adels, die Bestechlichkeit der Justiz, die Verlogenheit der politischen Elite. Eine geplante Aufführung des Stoffs wurde verboten. Und genau dieser politisch hochbrisante Stoff weckte das Interesse des Wiener Komponisten Wolfgang Amadeus Mozart.

Copyright: Herwig Prammer

Gemeinsam mit seinem Librettisten Lorenzo Da Ponte machte er sich aller Zensurgefahr zum Trotz daran, aus der Schauspielvorlage ein Werk für die Opernbühne zu schaffen. Das Ergebnis kennen wir: Le nozze di Figaro ist eine der inspiriertesten, brillantesten und tiefgründigsten Opern der Musikgeschichte. In Mozarts Figaro rumort eine Umbruchs-Energie, die die Verhältnisse zum Tanzen bringt. Vordergründig frönt die Partitur der Rasanz verwirrender Intrigen, verbindet sie aber mit gesellschaftskritischer Subversion und offenbart wie nebenbei musikalisch berührend ausgeleuchtete Seelenporträts der Protagonisten.

Ein Stoff von gestern ist das nicht. Das zu beweisen, tritt in unserer Neuproduktion der Regisseur Jan Philipp Gloger an, der in Schauspiel wie Oper gleichermassen zu Hause ist. Gloger liebt es, die Stoffe auf ihre Gegenwarts-Tauglichkeit zu überprüfen und hat in seinen bisherigen Zürcher Regiearbeiten von Antonio Vivaldis La verità in cimento bis zu Emmerich Kálmáns Csárdásfürstin immer Lösungen gefunden, die die Stücke in einem ebenso überraschenden wie abgründigen Heute zu verorten. In Mozarts Figaro, der von übergriffigen Männern, selbstbewussten Frauen und dem allgegenwärtigen sexuellen Begehren handelt, sollte ihm das ebenfalls gelingen. Unterstützung bekommt Gloger von einem jungen Mozart-Solistensemble und dem der historisch informierten Aufführungspraxis stilistisch verbundenen Dirigenten Stefano Montanari.

Opera buffa in vier Akten, Libretto von Lorenzo Da Ponte

Musikalische Leitung Stefano Montanari
Inszenierung Jan Philipp Gloger
Bühnenbild Ben Baur
Kostüme Karin Jud
Lichtgestaltung Martin Gebhardt
Video Tieni Burkhalter
Choreinstudierung Ernst Raffelsberger
Dramaturgie Claus Spahn

Il Conte di Almavia
Daniel Okulitch
La Contessa di Almaviva
Anita Hartig
Figaro
Morgan Pearse
Susanna
Louise Alder
Cherubino
Lea Desandre
Marcellina
Malin Hartelius
Bartolo
Yorck Felix Speer
Basilio
Spencer Lang
Don Curzio
Christophe Mortagne
Barbarina
Ziyi Dai
Antonio
Ruben Drole
Zwei Frauen
Rosa Maria Hernandez
Julie Bartholomew (19, 25 Jun / 01, 07 Jul)
Selena Colombera (22, 28 Jun / 03, 10 Jul)
Hélène Couture (22, 28 Jun / 03, 10 Jul)
Tango Tanzpaar
Eugenia Parrilla
Yanick Wyler
Philharmonia Zürich
Chor der Oper Zürich
Statistenverein am Opernhaus Zürich
Continuo Solocello
Claudius Herrmann

In italienischer Sprache mit deutscher und englischer Übertitelung. Dauer ca. 3 Std. 30 Min. inkl. Pause nach ca. 1 Std. 45 Min. Werkeinführung jeweils 45 Min. vor Vorstellungsbeginn.

22Jun
19.00
Sa25Jun
19.00
Di28Jun
19.00
Fr01Jul
19.00
So03Jul
13.00
Do07Jul
19.00
So10Jul
20.00

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