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MEIN KAMPF von George Tabori - Theater&Philharmonie Thüringen

30. September um 20.00 Uhr 2012 im Heizhaus Altenburg. -----

Das Stück bringt eine Begegnung mit dem jungen Hitler, der aus der Provinz nach Wien kommt, um Aufnahme in die Akademie der Schönen Künste zu finden.

Bewaffnet mit mittelmäßigen Aquarellen und Kohlezeichnungen trifft das verwöhnte Muttersöhnchen im Männerwohnheim auf zwei ältere Juden: den gescheiterten Koch Lobkowitz und Schlomo Herzl, der nachts Bücher verkauft und tags an seinem eigenen Meisterwerk schreibt. Die beiden nehmen sich Hitlers an – besonders Schlomo, der ihn bemuttert und versorgt, an seinen talmudischen Wortspielen teilnehmen lässt, ihm zu Ansehen verhilft und ihm sogar rät, in die Politik zu gehen. Schlomo führt Hitler nicht nur zu seinem geliebten, reinen Gretchen, sondern auch zu Frau Tod: Am Ende stehen ein hingerichtetes Huhn, der Beginn einer wunderbaren Freundschaft zwischen Frau Tod und Herrn Hitler und der Ausblick in die reale geschichtliche Katastrophe.

 

George Taboris (1914 – 2007) „Mein Kampf“ ist eine Liebesgeschichte zwischen dem Hitler und seinem Juden. Hass und Liebe, Zärtlichkeit und Gewalt sind in dieser modernen Commedia dell’arte kaum unterscheidbar, sie gehen im Humor ineinander über. Taboris Hitler ist keine historische Figur, sondern wie in einem Traum scheinen Herzl und Hitler ebenfalls ineinander überzugehen – ein jeder das Versatzstück des anderen.

 

Regisseurin Deborah Epstein, geboren im badischen Karlsruhe, aufgewachsen in New York, absolvierte eine Tanzausbildung an der Ecole de Danse in Zürich sowie eine Schauspielausbildung ebenfalls an der dortigen Schauspiel-Akademie. Als Schauspielerin und Regisseurin arbeitete sie unter anderem am Schauspielhaus Zürich, an den Theatern in Basel, Stuttgart, Saarbrücken, Freiburg, Mainz, Aachen, Biel/Solothurn, Konstanz, dem Saarländischen Staatstheater, am Maxim Gorki Theater Berlin, am Mainfranken Theater Würzburg und am Centraltheater Leipzig.

 

Bühnenbild und Kostüme entwirft Florian Barth. 1974 in Nürnberg geboren studierte Florian Barth nach dem Abitur von 1995 bis 2001 an der Akademie der bildenden Künste Wien in der Meisterklasse für Szenographie bei Prof. Erich Wonder. Die Anzahl seiner Ausstattungen an großen Häusern in der gesamten Bundesrepublik und in der Schweiz ist beachtlich. Er arbeitet regelmäßig mit Regisseurin Deborah Epstein zusammen.

 

Es spielen: Peter Prautsch (Schlomo Herzl), Ulrich Milde (Lobkowitz), Anne Keßler (Adolf Hitler), Nora Undine Jahn (Gretchen), Mechthild Scrobanita (Frau Tod) und Manuel Kressin (Himmlischst). Die Musikalische Leitung hat Schauspielkapellmeister Olav Kröger.

 

 

 

 

Die Geraer Premiere ist am 27. Oktober in der Bühne am Park.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Übersetzung von Ursula Grützmacher-Tabori

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