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"Malina" von Ingeborg Bachmann, Schauspielhaus Graz

26.12.2008

Premiere 4.1.2009 um 20.00 Uhr

Für die Bühne bearbeitet von Marion Hirte, Patrick Schlösser und Elisabeth Tropper

Malina ist der einzige vollendete Roman der großen österreichischen Lyrikerin Ingeborg Bachmann. Geplant als Auftakt zum nie fertig gestellten Todesarten-Zyklus, beschreibt Malina die Zerstörung des weiblichen Ichs durch das männliche Prinzip.

Die namenlose Protagonistin, eine in der Ungargasse im 3. Wiener Bezirk wohnhafte Schriftstellerin, findet sich – zumindest auf den ersten Blick – in einer Dreiecksgeschichte zwischen Ivan und Malina wieder. Malina, „Staatsbeamter der Klasse A“, ist ihr Lebensgefährte, er verkörpert das Realitätsprinzip, die Vernunft des täglichen Zusammenlebens. Ist er eine Person im Außen? Ist er ein Teil ihrer Persönlichkeit? Ihre sich verzehrende Sehnsucht gilt dem etwas jüngeren Ivan, der in unmittelbarer Nachbarschaft lebt. Ihre Hingabe an Ivan ist so bedingungs- wie hoffnungslos: Er behandelt sie nachlässig, verstärkt ihre Ängste und Selbstzweifel.

Über collageartige Skizzen, Traumfrequenzen, Monologe, Dialoge und Briefe macht Bachmann sichtbar, wie die Protagonistin zusehends auseinander bricht. In Patrick Schlössers szenischer Adaption werden drei Schauspielerinnen diesen Prozess ausloten – in einem Spiel der Verdoppelungen, Verdreifachungen und Brüche, das Identität als fest umrissenen Begriff in Frage stellt.

Regie: Patrick Schlösser

Bühnenbild: Patrick Schlösser

Kostüme: Tanja Kramberger

Dramaturgie: Elisabeth Tropper

mit: Verena Lercher, Gertrud Roll, Martina Stilp

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Herausgeber des Beitrags: theaterkompass.de

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