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KÖNIG LEAR von Shakespeare im Theater an der Ruhr Mülheim.

15.11.2006

Premiere Do 23. 11.2006, 19.30 Uhr.

Möglicherweise verteidigt Shakespeare politisch das alte föderale Feudalsystem im England des frühen 17. Jahrhunderts gegen einen drohenden Absolutismus, „Aufklärung also gegen Gegenaufklärung“.

Doch dies bleibt auch für den Autor selbst ein nur beiherspielendes Motiv. Zentral ist die merkwürdige Gleichzeitigkeit von Herrschaftsinteressen und Verfallsbereitschaft einer Gesellschaft, die sich auf einem Bürgerkrieg zu bewegt. Lear, der das Reich unter seinen drei Töchtern aufteilen will, verlangt von ihnen in einem Wettstreit den Beweis absoluter und ergebener Liebe. Als die jüngste Tochter Cordelia nur bekennt, was der Fall ist, nämlich die Realität der Liebe einer Tochter zu ihrem Vater, wird sie verbannt und nimmt die Werbung des Königs von Frankreich, seine Frau zu werden, an. Von den ältesten Töchtern wird Lear nun auch um seine symbolisch erhaltene Königsmacht gebracht, und er begibt sich in die Einsamkeit der Heidelandschaft. Doch alle, die er in seiner Verblendung anruft, schweigen. Keine Götter, nicht die Natur oder das Schicksal leiten ihn, kein Absolutes weist die Richtung. Übriggeblieben ist die ungeschützte Existenz und die innere Triebnatur, die die Gesellschaft hinter den Stand der Zivilisation zurückfallen lässt, als befänden sich die Akteure in einem der Beckettschen Treibhäuser, aus denen kein Blick, kein Weg herausführt.

König LearVolker Roos
GouerilPetra Beek, von der
ReganDorothee Lindner
CordeliaSimone Thoma
KentPeter Kapusta
EdmundFabio Menéndez
EdgarSteffen Reuber
GloucesterKlaus Herzog
NarrSimone Thoma
CornwallRupert J. Seidl
GespenstPeter Kapusta
AlbanyAlbert Bork

Stab

RolleStab
InszenierungRoberto Ciulli
DramaturgieHelmut Schäfer
BühnenbildGralf-Edzard Habben
KostümeHeinke Stork
RegiemitarbeitThomas Peter Goergen

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Herausgeber des Beitrags: theaterkompass.de

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