Dieser Schritt wird möglich, weil Iphigenie den überkommenen gesellschaftlichen Werten den Anspruch »wahrer Menschlichkeit« entgegensetzt: Handelten die Atriden nach der Maxime »Was mir nicht passt, bringe ich um«, so Iphigenie danach, dass sie mit dem, der nicht ihren Erwartungen entspricht, so lange redet, bis sich etwas ändert. Dass Thoas dabei draufzahlt, trübt die Freude an der so zu erreichenden schönen Humanität, macht uns aufmerksam auf die ihr innewohnende Dialektik, die sie gleich wieder in Frage stellt. Der Widerspruch zwischen humanem Anspruch und gesellschaftlicher Wirklichkeit geht mitten durch uns hindurch. Das ist der Widerspruch der Iphigenie; nur wird er in der vollendeten ästhetischen Form aufgelöst. So »handelt« das Stück von »Sprache«. »Iphigenie auf Tauris. Ein Schauspiel.«
Anne Schäfer Marcus Calvin Wolfgang Menardi Mark-Alexander Solf Sandro Tajouri
Regie Alexander Nerlich
Bühne Christian Sedelmayer
Kostüme Anna-Sophie Tuma
Musik Felix Lange
Nächste Vorstellungen am
Samstag 22. November 2008, 19:30 Uhr
Mittwoch 26. November 2008, 20:00 Uhr
Donnerstag 27. November 2008, 20:00 Uhr
Dienstag 02. Dezember 2008, 20:00 Uhr
Donnerstag 04. Dezember 2008, 20:00 Uhr
Mittwoch 10. Dezember 2008, 19:30 Uhr
Freitag 26. Dezember 2008, 19:00 Uhr
Freitag 02. Januar 2009, 19:30 Uhr
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