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Johann Wolfgang Goethe: "Iphigenie auf Tauris" - Bayerisches Staatsschauspiel München

Premiere 22. November 2008, Marstall, um 19.30 Uhr

Handeln heißt Gewalt ausüben, Sprechen heißt Gewalt verhindern. Diesen Schritt macht Orest – er begeht die Tat, wiederholt sie noch einmal im Reden, ersetzt sie schließlich durch Reden.

Dieser Schritt wird möglich, weil Iphigenie den überkommenen gesellschaftlichen Werten den Anspruch »wahrer Menschlichkeit« entgegensetzt: Handelten die Atriden nach der Maxime »Was mir nicht passt, bringe ich um«, so Iphigenie danach, dass sie mit dem, der nicht ihren Erwartungen entspricht, so lange redet, bis sich etwas ändert. Dass Thoas dabei draufzahlt, trübt die Freude an der so zu erreichenden schönen Humanität, macht uns aufmerksam auf die ihr innewohnende Dialektik, die sie gleich wieder in Frage stellt. Der Widerspruch zwischen humanem Anspruch und gesellschaftlicher Wirklichkeit geht mitten durch uns hindurch. Das ist der Widerspruch der Iphigenie; nur wird er in der vollendeten ästhetischen Form aufgelöst. So »handelt« das Stück von »Sprache«. »Iphigenie auf Tauris. Ein Schauspiel.«

Anne Schäfer Marcus Calvin Wolfgang Menardi Mark-Alexander Solf Sandro Tajouri

Regie Alexander Nerlich

Bühne Christian Sedelmayer

Kostüme Anna-Sophie Tuma

Musik Felix Lange

Nächste Vorstellungen am

Samstag 22. November 2008, 19:30 Uhr

Mittwoch 26. November 2008, 20:00 Uhr

Donnerstag 27. November 2008, 20:00 Uhr

Dienstag 02. Dezember 2008, 20:00 Uhr

Donnerstag 04. Dezember 2008, 20:00 Uhr

Mittwoch 10. Dezember 2008, 19:30 Uhr

Freitag 26. Dezember 2008, 19:00 Uhr

Freitag 02. Januar 2009, 19:30 Uhr

www.bayerischesstaatsschauspiel.de

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