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Johann Sebastian Bach: "Actus tragicus" in der Staatsoper Stuttgart

04.11.2006
Kategorien: Deutschland, News

Sechs Kirchenkantaten von Johann Sebastian Bach

Premiere Sonntag, den 12. November 2006,

18.15 Uhr Einführung im Foyer III. Rang 19.00 Uhr

Beginn der Vorstellung, Staatsoper Stuttgart, Opernhaus

Ein Stuttgarter Totentanz, Hommage an Herbert Wernicke mit dessen Bachabend ,Actus tragicus’

Eine szenische Bachinterpretation ist Herbert Wernickes ,Actus tragicus’, Premiere ist am 12. November. Die Stuttgarter Neuproduktion ist eine Hommage an den 2002 verstorbenen Regisseur. Erstaufgeführt wurde ,Actus tragicus’ im Dezember 2000 in Basel und im Jahr darauf mit dem Bayerischen Theaterpreis ausgezeichnet. Die musikalische Leitung hat wie in Basel Michael Hofstetter, inzwischen Chefdirigent der Ludwigsburger Schlossfestspiele und des Stuttgarter Kammerorchesters.

Sechs Kirchenkantaten verbindet Herbert Wernicke zu einem Theaterabend: „Wo Gott der Herr nicht bei uns hält“ (BWV 178), „Wer weiß, wie nahe mir mein Ende“ (BWV 27), „Es ist nichts Gesundes an meinem Leibe“ (BWV 25), „Ach wie flüchtig, ach wie nichtig“ (BWV 26), „Sieh zu, dass deine Gottesfurcht nicht Heuchelei sei“ (BWV 179), „Gottes Zeit ist die allerbeste Zeit“ und der sogenannte „Actus tragicus“ (BWV 106), der dieser Produktion ihren Titel gibt.

In ,Actus tragicus’ ist Bachs Reich von dieser Welt: die Bühne zeigt den Schnitt durch ein vierstöckiges Haus. In ihm wird das Bild der ewigen Wiederkehr des Immergleichen beschworen. Ohne Ausweg scheinen die Menschen in ihrem Alltag eingesperrt zu sein - Chor und Solisten bilden eine Gemeinschaft der Einsamen, die ihren Traditionen, Tätigkeiten, Ticks nachgehen. Der Tod ist aus ihrem Leben verdrängt - dass sie von ihm umfangen sind, nehmen sie nicht wahr. Ein Totentanz. Die Erlösung aus dem Zwang zur Wiederholung eines profanen Lebens verheißt die Musik Bachs mit ihrer unfassbaren Beredtheit über die Bedingtheit des Menschen.

Eine Matinee zu ,Actus tragicus’ findet am 5. November um 11.00 Uhr im Foyer der Staatsoper statt. Neben Michael Hofstetter und Albrecht Puhlmann geben Sänger der Aufführung Einblicke in die Neuproduktion. Im Anschluss wird im I. Rang Foyer des Opernhauses eine Ausstellung eröffnet, die das Werk des Regisseurs, Bühnen- und Kostümbildners Herbert Wernicke (1946-2002) zeigt. Das Projekt ist eine Zusammenarbeit mit der Berliner Akademie der Künste, die den Nachlass Wernickes verwaltet.

Musikalische Leitung Michael Hofstetter

Regie, Bühne und Kostüme Herbert Wernicke

Szenische Neueinstudierung Björn Jensen

Kostümmitarbeit Mareike Uhlig

Dramaturgie Albrecht Puhlmann

Chor Michael Alber

Licht Hermann Münzer

Besetzung

Sopran I Marita Solberg

Sopran II Heike Beckmann

Sopran III Jonathan Schilling/ Philip Schäfer

Alt I Kai Wessel

Alt II Cristina Otey

Tenor I Martin Petzold

Tenor II Michael Nowak

Bass I Shigeo Ishino

Bass II Daniel Henriks

Staatsorchester Stuttgart

Staatsopernchor Stuttgart

Weitere Aufführungen: 16. und 25. November, 7., 19. und 21. Dezember 2006,

6., 12. und 28. Januar, 2. und 10. Februar 2007

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