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ICH BIN WIE IHR, ICH LIEBE ÄPFEL von Theresia Walser im Renaissance-Theater Berlin

30.09.2014

Premiere 05.10. 2014, 20:00. -----

Drei Diktatorengattinnen haben sich zu einer Pressekonferenz versammelt. Anlass ist die geplante Verfilmung ihres Lebens. Zunächst tratschen sie miteinander wie nette Nachbarinnen, doch mit der Zeit geraten die Frauen aneinander, verstricken sich immer tiefer in den grausamen Taten ihrer Vergangenheit.

Redlich versucht ein Dolmetscher, zwischen den Frauen zu vermitteln und befördert wider Willen einen Wettstreit des Monströsen, in dem schon kleinste Missverständnisse fatale politische Verwerfungen auslösen. Als handele es sich um die netten Leute von nebenan, plaudern sie zunächst über Partys bei Stalin, Handküsse von Mao, über Schuhe, schusssichere BHs und Geschenke, die Castro ihnen überreichte. Obwohl die Zeitläufe eine deutlich andere Sprache sprechen, weigern sich die drei, ihre Uhren umzustellen, und befinden unisono, dass ihre Biographien viel zu überwältigend seien, um in einen banalen Film zu passen; allein die Oper könnte das angemessene Medium sein ... Die

Drei hadern mit der Repräsentation ihrer Selbst-Wahrnehmung.

Zwischen dem leibhaftigen Gegenstand, der Verkörperung der Macht, und seinem Abbild klafft ein immer größerer Riss, der die eigentlichen Abgründe enthüllt - und der befreiendes Gelächter provoziert.

mit Corinna Kirchhoff, Imogen Kogge, Judith Rosmair, Boris Aljinović

Regie Tina Engel

Bühne Momme Röhrbein

Kostüme Jorge Jara

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Herausgeber des Beitrags: theaterkompass.de

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