Logo of theaterkompass.de
HomeBeiträge
EMANUEL GAT-ABEND, nordwest/Tanztheater BremenEMANUEL GAT-ABEND, nordwest/Tanztheater BremenEMANUEL GAT-ABEND,...

EMANUEL GAT-ABEND, nordwest/Tanztheater Bremen

Premiere in Bremen am 15. Januar 2011, Neues Schauspielhaus

Premiere in Oldenburg am 19. Januar um 20 Uhr in der Exerzierhalle

 

Dem Tanztheater Bremen ist der aus Israel stammende, inzwischen nach Südfrankreich übergesiedelte und international gastierende Choreograf Emanuel Gat seit der Zusammenarbeit an Voyage (2007) eng verbunden.

Seinen neuen und zweiten Tanzabend für das Bremer Ensemble leitet Gat aus dieser Begegnung ab und baut darauf auf. So steht am Anfang des Doppelabends die Wiederaufnahme seines Bremer Ensemblestücks Trotz zur Bach-Motette Jesu meine Freude, gefolgt von der Uraufführung The revised and updated Bremen structures zu von ihm selbst komponierter Musik. »Wie der Titel suggeriert«, so Gat, »ist das neue Stück eine Einladung an die Tänzer des Tanztheater Bremen, mir ein weiteres Mal auf meinem Weg zu folgen, die Alchemie choreographischer Strukturen als Träger von Bedeutung und Einsichten verstehen zu lernen. Es ist spannend für mich, mit derselben Gruppe den begonnenen Dialog und Prozess auf einer neuen Ebene fortzusetzen. Die Partitur, die speziell für dieses Stück entstand, repräsentiert einen Aspekt, den ich kürzlich zu entwickeln begonnen habe. Meine Art zu komponieren hat viel gemeinsam mit meiner Art des Choreographierens. Ich mache Gebrauch von akustischem Material, das ich manipuliere und auf unterschiedliche Weise neu mische. So entstehen Mechanismen, die sich in unabhängigen und neuen musikalischen Strukturen manifestieren.«

 

Für Gat hat Choreografieren viel mit Komponieren zu tun. Hier wie dort geht es um Form und Struktur. Das Werk enthält keine außerhalb seiner selbst liegende Botschaft, es ist die Botschaft. So wie Musik sich über musikalische Strukturen vermittelt, so vermittelt sich Tanz über choreographische Strukturen in den tänzerischen Aktionen. Musik und Tanz haben die Möglichkeit, sich von ›Inhalten‹ zu befreien und trotzdem Bedeutung zu generieren, die außerhalb der Reichweite von Worten liegt. Aber Emanuel Gat weiß auch: »Wir haben Angst, etwas zu konsumieren, das hinterher nicht verbalisiert werden kann.«

 

TROTZ / THE REVISED AND UPDATED BREMEN STRUCTURES (UA)

von Emanuel Gat

 

Choreografie und Ausstattung: Emanuel Gat; Dramaturgie: Patricia Stöckemann

 

Mit: Héloïse Fournier, Mimi Jeong, Sunju Kim, Magali Sander Fett, Frauke Scharf, Tim Gerhards, Günther Grollitsch, Jae Won Oh, Robert Przybyl, Miroslaw Zydowicz

 

Weitere Vorstellungen: Sa 22., Di 25., Fr 28. Januar, Sa 5. Februar

 

 

Weitere Informationen zu diesem Beitrag

Lesezeit für diesen Artikel: 11 Minuten



Herausgeber des Beitrags:

Kritiken

SPIELTECHNISCHE RASANZ -- 6. Sinfoniekonzert des Staatsorchesters Stuttgart unter Cornelius Meister im Beethovensaal der Liederhalle STUTTGART

Ein abwechslungsreiches Programm präsentierte das Staatsorchester Stuttgart unter der inspirierenden Leitung von Cornelius Meister im Beethovensaal der Liederhalle. Gleich zu Beginn überzeugte die…

Von: ALEXANDER WALTHER

MUSIK UND WORT VEREINT -- Rothko String Quartet im Ordenssaal bei den Ludwigsburger Schlossfestspielen

Ende 2022 wurden die Briefe von Ingeborg Bachmann und Max Frisch im Suhrkamp Verlag veröffentlicht. Sehnsuchtstöne, Eifersüchteleien und Streitgespräche wechseln sich ab. Amelie Schmidt (Rezitation)…

Von: ALEXANDER WALTHER

SPHÄRENHAFTES KLANGSPEKTRUM -- Werkstattfestival Studio Neue Musik & Campus Gegenwartim Konzertsaal der Musikhochschule STUTTGART

Wieder war Neues aus den Kompositionsklassen von Prof. Marco Stroppa und Prof. Martin Schüttler zu hören. Das Konzert I stellte Kompositionen von begabten Hochschulstudenten vor. Von der Koreanerin…

Von: ALEXANDER WALTHER

IMPROVISATION ZWISCHEN JAZZ UND KLASSIK -- Quatuor Ebene Waves im Ordenssaal bei den Ludwigsburger Schlossfestspielen

Seit über 20 Jahren feiert das Ensemble Quatuor Ebene mit Pierre Colombet (Violine), Gabriel Le Magadure (Violine), Marie Chilemme (Viola) und Yuya Okamoto (Violoncello) sowie Xavier Tribolet…

Von: ALEXANDER WALTHER

NEUES VOM SEEMANN POPEYE -- "Liebe - eine argumentative Übung" im Foyer des Kammertheaters STUTTGART

"Olivia liebte den Schwanz ihres Freundes" - so heißt es im Stück "Liebe - eine argumentative Übung" von Sivan Ben Yishai. Es geht darin um den spinatliebenden Seemann Popeye und seine Freundin Olivia…

Von: ALEXANDER WALTHER

Alle Kritiken anzeigen

folgen Sie uns auf

Theaterkompass

Der Theaterkompass ist eine Plattform für aktuelle Neuigkeiten aus den Schauspiel-, Opern- & Tanztheaterwelten in Deutschland, Österreich und Schweiz.

Seit 2000 sorgen wir regelmäßig für News, Kritiken und theaterrelevante Beiträge.

Hintergrundbild der Seite
Top ↑