Logo of theaterkompass.de
HomeBeiträge
EIN HELD UNSERER ZEIT nach dem Roman von Michail Lermontow im Schauspielhaus ZÜrichEIN HELD UNSERER ZEIT nach dem Roman von Michail Lermontow im Schauspielhaus...EIN HELD UNSERER ZEIT...

EIN HELD UNSERER ZEIT nach dem Roman von Michail Lermontow im Schauspielhaus ZÜrich

Premiere: Mittwoch, 28.5.2014, 20.30 Uhr, Pfauen/Kammer. -----

Michail Lermontows Antiheld Grigorij Petschorin aus seinem Roman EIN HELD UNSERER ZEIT ist Offizier der zaristischen Armee Russlands und ein charismatischer und begehrter junger Mann, der – geliebt und verehrt – dennoch selbst kaum zur Liebe fähig ist.

Er nimmt sich die gesellschaftlichen Veranstaltungen zur Spielwiese gegen die Langeweile, spinnt Intrigen und bricht Herzen: „Mein erstes Vergnügen ist, meinem Willen alles zu unterwerfen, was mich umgibt.“ Als er schliesslich – obwohl in eine Liaison mit einer verheirateten Frau verwickelt – die junge Prinzessin Mary kennenlernt und umwirbt, provoziert er dabei ein tödliches Duell mit einem Konkurrenten.

 

Grigorij Petschorin ist ein zynischer Draufgänger ohne Bindung oder Verpflichtungen. Auf seine anteilslose, sadistische Art stürzt er so manche Frau – und sich selbst – ins Unglück: Je mehr Liebesbeziehungen er eingeht, desto deutlicher wird seine Bindungsunfähigkeit. „Mein Freund, ich hasse die Frauen, damit ich sie nicht lieben muss. Sonst wäre das Leben ein allzu lächerliches Melodram“, beschreibt er das selbst.

 

Michail Lermontow (1814 – 1841) zählt zu den wichtigsten Autoren der romantischen russischen Literatur. In seinem raffiniert geordneten Zyklus von fünf Novellen wird die Persönlichkeit seines autobiographisch gefärbten Protagonisten im Spiegel verschiedener Erzähler sichtbar: Petschorin, der unter der Maske äusserlicher Kälte nach Leidenschaft und Rausch dürstet, steht für die Tragödie der gebildeten und freiheitlich denkenden Generation Lermontows, welche mit dem gesellschaftlichen

Stillstand unzufrieden war und immer mehr in Passivität versank.

 

Regisseurin Kateryna Sokolova, 1988 in Kiew geboren, begann eine Ballettausbildung an der Staatsoper Kiew und führte diese am Staatstheater Kassel fort. Als Stipendiatin der Studienstiftung des Deutschen Volkes studierte sie Theater-, Film- und Medienwissenschaft in Wien, bevor sie an die

„Royal Central School of Speech and Drama“ in London wechselte. Dort studierte sie „Performance and the City“ und realisierte 2011 ein Projekt über William Turner. An der Deutschen Oper Berlin und am Theater an der Wien assistierte sie 2012 Christof Loy und Kaspar Holten. Seit der Spielzeit 2012/13 ist sie Regieassistentin am Schauspielhaus Zürich und assistierte u.a. Heike M. Goetze, Daniela Löffner, Alvis Hermanis, Lars-Ole Walburg und Hans Neuenfels.

 

Regie Kateryna Sokolova

Bühne Michela Flück

Kostüme Noelle Brühwiler

Musik Becky Lee Walters

Licht Daniel Leuenberger

Dramaturgie Karolin Trachte

 

Mit:

Petschorin Johannes Sima

Gruschnitzkij Milian Zerzawy

Prinzessin Mary/Vera Dagna Litzenberger Vinet

Doktor/Maxim Maximitsch Gottfried Breitfuss

 

Weitere Vorstellungen im Pfauen/Kammer

31. Mai, 20.30 Uhr

1. Juni, 19.30 Uhr

4./ 7./ 10./ 13./ 17./ 18./ 19./ 27./ 28. Juni, jeweils 20.30 Uhr

Weitere Informationen zu diesem Beitrag

Lesezeit für diesen Artikel: 13 Minuten



Herausgeber des Beitrags:

Kritiken

EXPLOSIVE KLANGMISCHUNG -- "Eine florentinische Tragödie" von Alexander Zemlinsky bei NAXOS (BR KLassik)

Nicht sonderlich erfolgreich geriet die Stuttgarter Uraufführung der einaktigen Oper "Eine florentinische Tragödie" von Alexander Zemlinsky im Jahre 1917 unter der Leitung von Max von Schillings. In…

Von: ALEXANDER WALTHER

Die ganze Wahrheit? -- „True Crime“ - Andrey Kaydanovskiy | Hege Haagenrud | Demis Volpi in der Deutschen Oper am Rhein

Drei tänzerische Perspektiven zu Wahrheit und Fiktion: Andrey Kaydanovskiy „Chalk“, Hege Haagenrud „The Bystanders“, Demis Volpi „Non-Fiction Études“  

Von: Dagmar Kurtz

SZENEN OHNE ILLUSIONEN -- "Tosca" von Giacomo Puccini in der Staatsoper Stuttgart

Kann Kunst unsere Wirklichkeit beeinflussen? Diese Frage steht als zentrales Thema im Zentrum der Inszenierung von Willy Decker, dessen Figuren sich in Puccinis "Tosca" in einem schwarzen Kasten…

Von: ALEXANDER WALTHER

RETTET DIE FRAUEN! -- Premiere "Zertretung" von Lydia Haider im Schauspiel Nord STUTTGART

Die 1985 in Oberösterreich geborene Lydia Haider hat hier einen radikalen Text vorgelegt, der zuweilen an Rainald Goetz erinnert. Die zentrale Frage lautet: Wie geht man mit einem System um, das…

Von: ALEXANDER WALTHER

ATEMLOSE HÖHENFLÜGE -- SWR Symphonieorchester mit Busoni und Sibelius im Beethovensaal der Liederhalle/STUTTGART

Zwei unterschiedliche Zeitgenossen standen diesmal im Zentrum: Jean Sibelius und Ferrucio Busoni. Immerhin weiß man, dass beide in Helsinki Schumanns Klavierquintett in Es-Dur gemeinsam musizierten.…

Von: ALEXANDER WALTHER

Alle Kritiken anzeigen

folgen Sie uns auf

Theaterkompass

Der Theaterkompass ist eine Plattform für aktuelle Neuigkeiten aus den Schauspiel-, Opern- & Tanztheaterwelten in Deutschland, Österreich und Schweiz.

Seit 2000 sorgen wir regelmäßig für News, Kritiken und theaterrelevante Beiträge.

Hintergrundbild der Seite
Top ↑