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DIE NIBELUNGEN von Friedrich Hebbel - Schauspielhaus Graz

Premiere am 20. September 2008 um 19.30 Uhr auf der Hauptbühne

Es ist die Geschichte von Liebe und Macht, Rache undUntergang, angesiedelt in den Anfängen europäischer Zivilisationsgeschichte.

Siegfried, der niederländische Heros, kommt an den burgundischen Hof und verliebt sich in Kriemhild, die Schwester des Königs Gunther. Er ist ein willkommener Gast, denn Siegfried ist unbezwingbar, er kämpft gegen Drachen, kann sich unsichtbar machen und ist im Besitz des Nibelungenschatzes. Er geht einen Deal mit den Burgunder-Männern ein: Bezwingt er die isländische Amazone Brunhild für Gunther, erhält er Kriemhild zur Frau. Der Pakt wird geschlossen, doch der Tat der Männer folgt die Rache der Frauen. Brunhild gibt sich mit ihrem Los als Besiegte nicht zufrieden, sie fordert Siegfrieds Tod. Aus Staatsräson kommt man dieser Forderung nach und ermordet den Helden. Doch Kriemhilds Trauer ist groß und sie beschließt Rache, indem sie den Hunnenkönig Etzel heiratet und nach Jahren stiller Trauer die Burgunder an Etzels Hof lädt. Die lange Reise, die dem Rhein und der Donau entlang über Wien ins heutige Ungarn führt, sollte deren letzte Reise werden. Am Ende steht ein Krieg, den keiner überleben wird.

Die anonym aufgezeichnete Nibelungensage, um 1200 verfasst und nach langer Zeit des Vergessens im 18. Jahrhundert wiederentdeckt, wurde von Friedrich Hebbel zu einem großen Trauerspiel verarbeitet. In der Folgezeit missverstanden als Nationalepos, entdeckt man heute die Modernität in diesem Jahrhunderte alten Stoff, der die Grundzüge europäischer Vereinigungen ebenso thematisiert wie er die Labilität von Staatssystemen offenlegt. So erzählt der Mythos der Nibelungen von der Erkenntnis, wie imperiales Machtstreben und menschlicher Makel die unaufhaltsame Mechanik eines kriegerischen Untergangs in Gang zu setzen vermögen.

Regie: Cornelia Crombholz

Bühnenbild: Natascha von Steiger

Kostüme: Annelies Vanlaere

Musik: Sasenko Prolic

Choreographie: Franz Blauensteiner

Dramaturgie: Andreas Karlaganis

Markgraf Rüdeger: Gerhard Balluch

Volker, der Spielmann: Thomas Frank

Giselher: Claudius Körber

König Gunther: Sebastian Reiß

Werbel: Ionut Chiriac

Dankwart: Markus Schneider

Gerenot: Franz Josef Strohmeier

Siegfried/König Etzel: Jan Thümer

Hagen Tronje: Dominik Warta

Brunhild, Königin von Isenland: Sophie Hottinger

Frigga, ihre Amme: Judith Bohle

Kriemhild: Martina Stilp

Otnit, ein Kind: Floris Steinkellner, Jakob Pertl

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