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DIE MAMA UND DIE HURE

01.03.2005

von Jean Eustache

Inszenierung: Reinhard Göber - Bühnenbild und Kostüme: Cornelia Brunn

Frankreich 1973: Jean Eustache dreht mit dem Film „Die Mama und die Hure“ eine Bilanz über die Generation von 1968. Im Zentrum steht Alexandre, ein charmanter Dandy, der mit nichts anderem beschäftigt ist, als in den Tag hineinzuleben. Er redet viel, hört viel Musik, liest viel und tut wenig.

Er wurde von Gilbert verlassen und wird von Marie ausgehalten, mit der er jetzt zusammen lebt. Kurz darauf verliebt er sich in die rastlos umhertreibende Veronika. Es entwickelt sich ein abenteuerliches Dreiecksverhältnis, das die Figuren aber nur für kurze Zeit über ihre innere Leere und Einsamkeit hinwegtäuscht. Alexandre, Marie und Veronika sind Kinder der sexuellen Revolution, doch Jean Eustache desavouiert ihre Träume von freier Liebe in einer freien Gesellschaft. Die Versprechen der 68er haben sich nicht eingelöst und Eustaches Figuren hängen irgendwo im luftleeren Raum zwischen bürgerlicher Moral und dessen Auflösung. In einer Gemeinschaft von Einzelnen bleibt Alexandre als letzte Möglichkeit einer politisch subversiven Lebensweise allein die Strategie: nicht mitmachen.

In Konstanz inszeniert Reinhard Göber die Theaterfassung von Eustaches Meisterwerk. Nach STELLA und EFFI BRIEST in den vergangenen Spielzeiten untersucht der Regisseur auch bei DIE MAMA UND DIE HURE das Spannungsfeld von Liebe, Sexualität und Eifersucht.

19. März 2005 um 20 Uhr im Stadttheater, Konstanz

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Herausgeber des Beitrags: theaterkompass.de

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