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"Die Erfindung der Demokratie – Die Orestie" - Der vergessene Teil der Orestie nach Aischylos - In einer Fassung von John von Düffel mit Texten von Lea Rosh - Salzburger Landestheater

Premiere: 18. November 2023, 19 Uhr / Landestheater

13.11.2023

Eine in sich gespaltene Gesellschaft ringt um eine gemeinsame Haltung. Das selten aufgeführte Stück „Die Eumeniden“, das die Trilogie des Aischylos komplettiert, wird traditionell als die Erfindung der Demokratie auf dem Theater bezeichnet und zeigt Wege der Versöhnung auf. Der Stücktext wird aktuell ergänzt durch Texte von Lea Rosh, die das Holocaust-Mahnmal in Berlin initiiert hat.

© Christian Krautzberger / Tobias Witzgall

Orest tötet seine Mutter, um den von ihr vollbrachten Mord an seinem Vater zu rächen. Die Erinyen, Göttinnen der Rache, wollen diesen Bruch des Naturrechts nicht ungesühnt lassen, während Apoll Orest in Schutz nimmt. Dies ruft die Göttin Athene als Richterin auf den Plan. Im Prozess lässt sie alle Argumente vorbringen und dann die Zivilgesellschaft abstimmen. Als Stimmengleichheit herrscht, entscheidet sie zugunsten des Angeklagten und zieht sich damit den neu angefachten Zorn der Erinyen zu. Durch ihr Angebot der Partizipation und Versöhnung verwandeln sich die Rachegöttinnen in „Eumeniden“, Gutmeinende.

Der Plot kann gelesen werden als Parabel auf heutige gesellschaftliche Debatten und Proteste einer Generation, die dem Establishment nicht mehr traut und dessen Aktionen als Verbrechen gegen das Naturrecht und an der gemeinsamen Zukunft versteht. Umso spannender ist es, den Prozess des Austauschens der Argumente, der demokratischen Abstimmung und der Versöhnung auf der Bühne zu zeigen.

„Die Orestie“ des Dichters Aischylos (525–456 v. Chr.) ist die einzige erhaltene griechische Tragödien-Trilogie und gilt als Schlüsseltext unserer Zivilisation. Politische Ereignisse unserer Zeit werden zu modernen Folien, die die Brüchigkeit unseres demokratischen Fundaments widerspiegeln. John von Düffel schafft eine neue Textfassung, die mit Texten von Lea Rosh ergänzt wird.

Die u. a. mit dem Geschwister-Scholl-Preis ausgezeichnete deutsche Journalistin und Autorin Lea Rosh steht mit ihrem Lebenswerk für eine demokratische und freiheitliche Gesellschaft. Carl Philip von Maldeghem arbeitet erstmals mit Ausstatterin Eva Musil zusammen, die am Landestheater ihre vielfältige Handschrift schon wiederholt gezeigt hat.

Inszenierung Carl Philip von Maldeghem    
Bühne und Kostüme Eva Musil    
Dramaturgie John von Düffel    

Apollon Matthias Hermann    
Georg Georg Clementi    
Orest Maximilian Paier    
Megaira Sarah Zaharanski    
Alekto Larissa Enzi    
Tisiphone Tina Eberhardt    
Klytaimnestras Schatten Lea Rosh
Athene Nikola Jaritz-Rudle    

Termine: 22.11. / 30.11. / 05.12. / 22.12. / 27.12.2023 / 07.01. / 19.01. / 01.02. / 02.02. / 07.02. / 11.02. / 13.02. / 18.02. & 29.02.2024

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