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Deutschsprachige Erstaufführung: "Gabriel", Schwarze Tragikomödie von Catherine Grosvenor, Gerhart Hauptmann-Theater Görlitz-Zittau |

Premiere 17.5.2014, 19.30 Uhr, Hinterm Vorhang/Görlitz. -----

Es ist sehr schwierig heutzutage noch Tabus auf der Bühne zu berühren, denn es gibt sie kaum noch. Als ob nichts mehr existierte, das nicht gesagt, gezeigt oder bis zur Langeweile interpretiert worden wäre. Und dennoch nimmt sich hier die Autorin eines Themas an, über das - trotz mannigfaltiger Hilfsangebote - gerne Stille bewahrt wird. Die nicht vorhandene Liebe einer Mutter zu ihrem Neugeborenen.

Drei Menschen befinden sich in einem Krankenhauszimmer auf der Geburtsstation. Julie, eine Frau kurz nach der Niederkunft, Gabriel, ihr neugeborenes Kind, das von einem erwachsenen Mann verkörpert wird und John die (männliche) Hebamme. Julie erträgt ihr Kind nicht, sie will mit ihm nichts zu tun haben, sie will es verstoßen. Gabriel sucht ihre Nähe, ihre Geborgenheit, aber Julie ist nicht in der Lage ihm diese zu geben. Die Entsagung seiner Bedürfnisse nach Wärme, Liebe, Sättigung beginnt für Gabriel unerträgliche körperliche Ausmaße anzunehmen: er glaubt, immerfort mit dem Tod konfrontiert zu sein. John, die Hebamme, versucht alles Erdenkliche, als Vermittler zwischen Julie und Gabriel zu agieren.

Es sind bewegende Szenen zwischen Absurdität und Tragik, die dieses Stück bemerkenswert machen.

 

Regie und Ausstattung:Łukasz Witt-Michałowski

Dramaturgie: Kerstin Slawek

Regieassistenz: Lisa Maria Kurzmann

Inspizienz: Claudia Grönniger

 

Julie: Katinka Maché

John: David Thomas Pawlak

Gabriel: Stefan Sieh

 

 

WEITERE VORSTELLUNGEN

Seitenbühne/Zittau

Mittwoch, 18.06.2014 19:30 Uhr

 

Hinterm Vorhang/Görlitz

Sonntag, 25.05.2014 15:00 Uhr

Freitag, 30.05.2014 19:30 Uhr

Samstag, 31.05.2014 19:30 Uhr

 

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Lesezeit für diesen Artikel: 8 Minuten



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