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Deutsches Nationaltheater Weimar: „Winterreise“ von Elfriede Jelinek

09.03.2012

Premiere 17. März 2012 / 19.00 Uhr/ schauspiel / großes haus. -----

„Fremd bin ich eingezogen, fremd zieh ich wieder aus.“ Elfriede Jelinek bezieht sich in ihrem neuen Theaterstück auf viele der von Franz Schubert und Wilhelm Müller in ihrem gleichnamigen Liederzyklus für Singstimme und Klavier angeschlagenen Themen der Einsamkeit, des Leidens, der Erstarrung und der Klage über die eigene Machtlosigkeit, die in Melancholie münden.

Leitmotive wie „die verlorene Braut“, „die zu Eis erstarrten Tränen“, die „Müdigkeit“ und den „Leiermann“ übernimmt sie als Zitate und setzt sie in einen neuen Kontext. Damit beschreibt sie Verbrechen wie kriminelle Börsengeschäfte und die medialen Reaktionen auf den Entführungsfall von Natascha Kampusch, die den Wohlstand und die Stabilität der Gesellschaft gefährden und sich in anonymer Weise auf Lebensschicksale auswirken. So wird ihre „Winterreise“ zur aktuellen Zeitdiagnose, die das fast unerträgliche Spannungsfeld zwischen einem freien Geist und der ihn umgebenden Leere in einer unmenschlichen Zeit auslotet.

Jelinek greift die gesellschaftlichen Zustände an, die Wanderschaft erzwingen, wo Lebenswege gekappt, Menschen ausgestoßen und abgewiesen werden. Anhand der zentralen Erfahrung der Vertreibung aus Familien, aus Ländern, aus Biographien und Zugehörigkeiten zeigt Jelinek den Kampf mit der Zeit, in der man ist und doch nicht ist und die einen überleben wird. Aber wohin wird unsere

Wanderschaft ohne Ziel und Richtung uns treiben?

Regie Claudia Meyer Bühne Sascha Gross

Kostüme Anna Eiermann Dramaturgie

Bettina Schültke Musik Michael Wilhelmi

Video Bahadir Hamdemir

Choreographie Esther Ambrosino

mit Esther Ambrosino, Caroline Dietrich, Petra Hartung, Irina Martin, Elena Pirvu, Rahel

Weiß; Thomas Büchel, Nico Delpy, Hagen Ritschel, Frank Schmidt, Tobias Schormann,

Manuel Schuler

Weitere Vorstellungen:

Samstag, 24. März 2012 / 19.30 Uhr / großes haus

Samstag, 31. März 2012/ 19.30 Uhr/ großes haus

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Herausgeber des Beitrags: theaterkompass.de

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