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Claudio Monteverdi, "Die Krönung der Poppea (L’incoronazione di Poppea)", Hessisches Staatstheater Wiesbaden

Premiere 28.11.2010, 18.00 Uhr, Großes Haus

Nero lebt! Nicht erst seit 1951, als Sir Peter Ustinov den Rom niederbrennenden Tyrannen in ‚Quo vadis?‘ mit der Grandezza eines omnipotenten Riesensäuglings versah.

Lange vor der Kinoleinwand hatte schon das Musiktheater den Mutter- und Christenmörder für sich entdeckt: in den Opern von Mascagni, Boito, Rubinstein, Händel und – zuallererst – von Monteverdi.

Neros Opern-Debüt geriet spektakulär. Es kam einem Tabubruch gleich, dass Monteverdi und sein Librettist in ihrem 1642 uraufgeführten dramma per musica keine Götter oder Heroen, sondern einen historisch verbürgten Anti-Helden auf die Bühne stellten.

Als Tabubrecher bewährt sich auch Nerone selbst. Verheiratet ist er mit Ottavia, doch das Lager teilt er mit Poppea, was nicht nur deren Gatten Ottone gegen Nerone aufbringt. Seneca, Roms erster Philosoph und Tugendwächter, nimmt Anstoß an der Verhöhnung der Sitten, worauf der Tyrann ihm befiehlt, sich das Badewasser einzulassen und sich die Pulsadern aufzuschneiden. Mit der Krönung Poppeas triumphiert die Lust über das Recht, mit Monteverdis letzter Oper der lyrischere venezianische über den deklamatorischeren florentinischen Stil – mit einer melodiösen Pracht, die der Oper Leben und Zukunft schenkte.

Monteverdis Musik besticht mit sinnlicher Schönheit und überbordendem Melodienreichtum, im Mittelpunkt des Geschehens hingegen steht einer der berühmtesten Tyrannen der Weltgeschichte. Nero brannte nicht nur Rom nieder, sondern frönte auch einem grenzenlos genießerischen Lebenswandel: Am Ende der Oper triumphiert er über sämtliche Feinde und macht seine Geliebte Poppea zur neuen Kaiserin.

Markus Bothe arbeitet seit 1999 als freischaffender Opern- und Schauspielregisseur an zahlreichen renommierten Theatern, u.a. in Freiburg, Kiel, Hannover, Hamburg, Stuttgart, Berlin, in Linz und Basel. Seine Inszenierung der Uraufführung von Sciarrinos ‚Infinito Nero‘ gastierte bei den Salzburger Festspielen, beim Festival d’Automne in Paris und am Teatro La Fenice in Venedig. In Wiesbaden inszenierte er zuletzt mit großem Erfolg Händels Oper ‚Julius Caesar‘ und Donizettis ‚Viva la Mamma‘; er war Mitglied der Künstlerischen Leitung der Theaterbiennale NEUE STÜCKE AUS EUROPA.

Libretto von Giovanni Francesco Busenello

In italienischer Sprache mit Übertiteln

Musikalische Leitung Samuel Bächli

Inszenierung Markus Bothe

Bühne Ricarda Beilharz

Kostüme Dorothea Katzer

Dramaturgie Andreas Gründel

Mit:

Ottone / Nutrice Matthew Shaw

Ottavia Ute Döring, Merit Ostermann

Nero Martin Homrich

Poppea Sharon Kempton

Seneca Bernd Hofmann

Arnalta / Lucano / 1. Soldat / Familiare di Seneca I Erik Biegel

2. Soldat / Familiare di Seneca II Jochen Elbert, Patrick Hurley

Liberto / Familiare di Seneca III Brett Carter, Reinhold Schreyer-Morlock

Drusilla Stephanie Gooch, Evgenia Grekova

Doppelbesetzung in alphabetischer Reihenfolge

Orchester und Statisterie des Hessischen Staatstheaters Wiesbaden

Samstag, den 04.12.2010, 19.30 Uhr

Samstag, den 11.12.2010, 19.30 Uhr

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