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«Cardillac» von Paul Hindemith - Sächsische Staatsoper Dresden

07.03.2009
Kategorien: DeutschlandNews

Premiere: Sonntag 15. März 2009, 18.00 Uhr in der Semperoper

Der ebenso geniale wie erfolgreiche Goldschmied Cardillac kann sich nicht von seinen Schmuckstücken trennen. Er ist besessen. Besessen von Liebe zu seiner Kunst.

Unfähig, sich von ihr zu trennen, steht er unter Zwang, die Käufer seiner Schmuckstücke zu morden, um so wieder in den Besitz des Geschmeides zu gelangen. Paris wird erschüttert durch eine Serie von Raubmorden. Opfer sind wohlhabende Kavaliere, die auf dem Weg zu ihrer Geliebten mit einem Schmuckstück sind, das sie beim Goldschmied Cardillac erworben haben. Dem Opfer wird der Schmuck gestohlen. Die Bevölkerung ist verunsichert und aufgebracht. Niemand ahnt etwas von Cardillacs Doppelexistenz zwischen Biedermann und Mörder. Egoman in sein Schaffen vertieft, verliert Cardillac nicht nur die Fähigkeit zu menschlicher Beziehung, sondern zu Menschlichkeit überhaupt.

Die Vorlage für die Gestalt des Goldschmiedes Cardillac bildet E.T.A. Hoffmanns Novelle «Das Fräulein von Scuderi», die zur Sammlung von Erzählungen, Novellen und Märchen gehört, die zwischen 1819-1921 unter dem Titel «Die Serapionsbrüder» erschienen.

Paul Hindemiths Oper wurde in der ersten (dreiaktigen) Fassung am 9. November 1926 am Opernhaus der Sächsischen Staatstheater Dresden und in der zweiten (vieraktigen) Fassung am 20. Juni 1952 am Stadttheater Zürich uraufgeführt.

Das Libretto zur ersten Fassung schrieb Ferdinand Lion, der sich stärker auf die dramatisierte Vorlage Otto Ludwigs stützte als auf E.T.A. Hoffmanns Novelle.

Seit seiner Uraufführung im Jahr 1926, unter der musikalischen Leitung von Fritz Busch, kehrt «Cardillac» nun erstmals wieder an die Semperoper zurück.

Obwohl Publikum und Presse nach der Uraufführung Hindemiths Werkes verhalten reagierten, galt das Werk bei Kennern Neuer Musik als Meilenstein in der Entwicklung des Musiktheaters. Für den Operntypus, den «Cardillac» verkörpert, wurde schon in den 20er Jahren neben dem Schlagwort «Neue Sachlichkeit» der Begriff «Musizieroper» geprägt. Er besagt, dass die Musik ihre Autonomie gegenüber der Bühne durchsetzt und nicht als textausdeutender Orchesterkommentar nur das szenische Geschehen spiegelt.

Während des Nationalsozialismus verschwand das Werk völlig von deutschen Spielplänen. Paul Hindemith wurde zur Persona non grata erklärt, die Hälfte seiner Werke als «kulturbolschewistisch» verboten. 1940 emigrierte Hindemith in die USA, deren Staatsbürgerschaft er annahm.

Musikalische Leitung Fabio Luisi

Inszenierung Philipp Himmelmann

Bühnenbild Johannes Leiacker

Kostüm Bettina Walter

Licht David Cunningham

Choreinstudierung Ulrich Paetzholdt

Dramaturgie Katharina Riedeberger

Besetzung:

Cardillac Markus Marquardt

Tochter Anna Gabler

Ein Offizier Oliver Ringelhahn

Goldhändler Michael Eder

Kavalier Rainer Trost

Dame Evelyn Herlitzius

Führer Matthias Henneberg

Es singt der Staatsopernchor

Es spielt die Sächsische Staatskapelle Dresden

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