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Benjamin Brittens THE RAPE OF LUCRETIA im Stadttheater Gießen

Premiere 04. September 2021 um 19.30 Uhr, Großes Haus

30.08.2021
Kategorien: Deutschland, News, Oper

Brittens erste Kammeroper von 1946 beruht auf einer Episode aus der sagenumwobenen römischen Frühgeschichte. Lucretia, die Frau des römischen Generals Collatinus, ist für ihre Tugendhaftigkeit bekannt. Das reizt Tarquinius, den Sohn des etruskischen Königs, der über Rom herrscht. Er hält alle Frauen für wankelmütig. Als Lucretia standhaft bleibt, vergewaltigt er sie, worauf sie Selbstmord begeht.

© Portrait Benjamin Britten

Bei bewusster Beschränkung auf vier Sängerinnen, vier Sänger und dreizehn MusikerInnen schafft der Komponist große Oper von verblüffender Klangvielfalt und bewegender Ausdruckskraft: sinnlich, plastisch, suggestiv. Und auch die Sprache ist von großer poetischer Qualität.

Britten geht es weniger um einen expliziten Vorfall, als um die großen abstrakten Fragen, die sich aus der mythischen Geschichte ableiten lassen. So legt auch Regisseur Christian von Götz in seiner Inszenierung den Fokus auf die Frage, wie es zu solchen Gräueltaten kommen kann und wie (wir) Menschen damit umgehen können.

In den schwarz-weißen Räumen von Bühnenbildner Lukas Noll werden die Fragen nach den Ursachen von Traumata und ihrer Bewältigung immer wieder aufgegriffen, und - aus der historischen Tragödie heraus - Antworten für unsere Zeit gesucht. Die reduzierte Ästhetik der Bühne hilft, auf sensible Art den Kern der intensiven Komposition herauszuschälen und Brittens Intention zu verdeutlichen: Wir alle sind Lucretia.

Auch für THE RAPE OF LUCRETIA gilt, dass in Brittens Opern die Stimme immer im Mittelpunkt steht, alle Partien über attraktive Solomomente verfügen und die Handlung entscheidend mittragen. Dem entspricht die Besetzung der Gießener Inszenierung. Zum ersten Mal in Gießen zu erleben sind Evelyn Krahe in der Titelpartie, Anna Magdalena Rauer (Lucia), Anna Gabler (Female Chorus) sowie Kay Stiefermann (Junius). Bernhard Berchtold gibt den Male Chorus, Ensemblemitglied Grga Peroš den Tarquinius. Er ist in dieser Spielzeit in Gießen außerdem als Dr. Falke in DIE FLEDERMAUS zu erleben. Christian Tschelebiew (Collatinus) ist dem Gießener Publikum noch aus SCHWANDA, DER DUDELSACKPFEIFER und der Operetten-Revue WER, WENN NICHT WIR bekannt. Sofie Pavone (Bianca) gastierte wiederholt am Stadttheater Gießen, u.a. in ARIADNE AUF NAXOS.

Musikalische Leitung: Florian Ludwig
Inszenierung: Christian von Götz  
Bühne und Kostüme: Lukas Noll  
Dramaturgie: Samuel Christian Zinsli

Ensemble:
Evelyn Krahe (Lucretia), Grga Peroš (Tarquinius), Christian Tschelebiew (Collatinus), Kay Stiefermann (Junius), Anna Magdalena Rauer (Lucia), Sofia Pavone (Bianca), Anna Gabler (Female Chorus), Bernhard Berchtold (Male Chorus)

Mit: Philharmonisches Orchester Gießen in einer kammermusikalischen Besetzung

Weitere Vorstellungen:
26. September, 07. und 24. Oktober, 14. und 27. November 2021 | 19.30 Uhr
Weitere Termine sind in Planung.

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Herausgeber des Beitrags: theaterkompass.de

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