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Uraufführung: "Rote Erde" nach dem Roman von Peter Stripp im Theater Essen

19.09.2012

Premiere: 26. September 2012, 19:30 Uhr, Grillo-Theater. -----

Der Roman, nach dem Klaus Emmerich die gleichnamige, Filmgeschichte schreibende Serie drehte, handelt vom Gründungsmythos des Ruhrgebiets – dem wirtschaftlichen Aufschwung einer Region, der dem Bergbau geschuldet war, und einem damit erwachenden Selbstbewusstsein ihrer Bewohner: Ich bin Bergmann. Wer ist mehr?

Vor dem Hintergrund der sich konstituierenden Sozialdemokratie und später des Ersten Weltkrieges schildert „Rote Erde” das Aufbegehren der Bergleute der Zeche Siegfried gegen unwürdige Arbeitsbedingungen, für eine Verkürzung der Arbeitszeit, höhere Löhne und das Recht auf gewerkschaftliche Organisation. Erzählt wird die Aufbruchsgeschichte eines Landstrichs und seiner jungen Menschen, denen es im täglichen Kampf um bessere Arbeits- und Lebensbedingungen für einen kurzen historischen Moment sogar gelingt, ihre Daseins¬verhältnisse neu zu gestalten. Wie der Start junger Leute „ins Leben” dagegen im Jahr 2012 aussieht, untersucht die Inszenierung am Schauspiel Essen und beschreibt eine unüberseh¬bare Differenz: Der Bauer Bruno Kruska von heute (ohne große Schul- und Berufausbildung) wäre Hartz IV-Empfänger, ein Bearbeitungsfall fürs Jobcenter.

Auf der Bühne stehen neben den Mitgliedern des Ensembles zwölf junge Männer aus Essen, die nicht nur als Akteure der Theatererzählung zu sehen sein werden, sondern auch ihre eigenen Themen, ihre Ängste, ihre Wünsche, ihre Zukunftsträume zum Bühnenstoff gemacht haben. Aus Befragungen der Mitspieler und Interviews, die mit Menschen aus dem „Pott” geführt wurden, entstand ein aktueller Kommentar zur Arbeitersaga „Rote Erde”.

Bühnenfassung von Beate Seidel und Volker Lösch

Regie führt Volker Lösch, dessen Theaterarbeit oftmals von der Einbindung chorischer Sprechformen und der Kombination von professionellen Schauspielern und Laiendarstellern geprägt ist. Seine Bühnenprojekte leben immer auch von der engen Rückbindung an gesellschaftliche Konflikte. „Kunst ohne Anbindung an das Draußen, an die Zeit, in der ich lebe, finde ich sinnlos“, sagte er 2009 in einem Zeitungsinterview.

Inszenierung

Volker Lösch

Bühne

Carola Reuther

Kostüme

Sarah Roßberg

Chorleitung

Bernd Freytag

Dramaturgie

Beate Seidel

Bruno Kruska

Krunoslav Šebrek

Friedrich Boetzkes

Jan Pröhl

Käthe Boetzkes

Floriane Kleinpaß

Karl Boetzkes

Urs Peter Halter

Pauline Boetzkes

Laura Kiehne

Otto Schablonski

Glenn Goltz

Erna Stanek

Lisa Jopt

Steiger Rewandowski

Sven Seeburg

Steiger Bärwald

Rezo Tschchikwischwili

Chor der Arbeiter/Arbeitslosen

Raphael Baronner

Josua Becker

Michael Bruch

Dincer Gücyeter

Nico Kambeck

Felix Lampert

Stefan Massmann

Christian Polenzky

Stephan Thomas

Linus Twardon

Pascal Weßelmann

Luca Alonso Zywczok

Weitere Vorstellungen: 30. September, 16 Uhr; 6. und 13. Oktober, jeweils 19:30 Uhr;

28. Oktober, 19 Uhr.

Kartenvorverkauf: TicketCenter der Theater und Philharmonie Essen,

Tel.: 0201/81 22-200, oder unter tickets@theater-essen.de

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Herausgeber des Beitrags: theaterkompass.de

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