Jörg-Uwe Albig hat 2019 mit Zornfried (UA) eines „der wichtigsten Bücher des Jahres“ (FAZ) geschrieben. In der Kasseler Uraufführung als Romanadaption verwischen bei teilnehmender Beobachtung und beobachtender Teilnahme zunehmend die Grenzen: Wehrsportübungen, Wagner und weihevolle Tafelrunden erfüllen die Aura der alten preußischen Jägerkaserne um das INTERIM.
Komponist Philipp Krebs ist eine preisgekrönte neue Stimme im Musiktheater und macht sich für Zornfried (UA) auf die Suche nach der grotesken Horrorvision neuer deutscher Tonalität. Im Untergrund seiner avancierten Klangsprache mit großem Orchester raunt es immer mal wieder leitmotivisch, nationalromantische Klänge vermischen sich mit biersaurem Volksmusikschlager und Retro-Kitsch, und unter verlockend-augenzwinkernder Leichtigkeit lauert der tiefbraune Abgrund. Regisseurin Kerstin Steeb und Dirigent Viktor Jugović spitzen die Realsatire als raumgreifendes neues Musiktheater zu, bei dem man allzu schnell schuldlos schuldig wird.
Ein Kompositionsauftrag des Staatstheaters Kassel, finanziert von der von der Ernst von Siemens Musikstiftung.
Libretto: Jörg-Uwe Albig
Musikalische Leitung: Viktor Jugović
Musikalische Assistenz und Nachdirigat: Anne-Louise Bourion
Regie: Kerstin Steeb
Bühne: Jade J. Boeckh
Kostüme: Hanne Lenze-Lauch
Licht: Holger Tschersich
Video: Rosa Wernecke
Dramaturgie: Felix Linsmeier , Kornelius Paede
Mit: Aljoscha Langel (Jan Brock), Annabelle Kern (Jenny Zerwien), Maren Engelhardt (Wilhelmine Freifrau von Schierling), Johannes Strauß (Matzek), Filippo Bettoschi (Storm Linné), Staatsorchester Kassel, Statisterie des Staatstheaters
Nächste Vorstellungen: 23. April, 2., 9., 15. Mai sowie 29. Mai im Rahmen des Festivals „Deutschland, Deutschland unter anderem. Musiktheater im Präfaschismus“


