Geboren 1898 in Kiew, geprägt durch Studien in Wien und frühe Erfolge im musikalischen Berlin an der Seite von Wilhelm Furtwängler, führte dieser Weg Jascha Horenstein 1928 an das Düsseldorfer Opernhaus. Bereits ein Jahr später übernahm er hier das Amt des Generalmusikdirektors. Gemeinsam mit dem Generalintendanten Walter Bruno Iltz ermöglichte Horenstein hier Musiktheater, das sich der Moderne öffnete. Sein besonderes Interesse galt der zeitgenössischen Musik: So förderte er Komponisten wie Alban Berg, Kurt Weill oder Igor Strawinsky und setzte ihre Werke ganz selbstverständlich auf den Düsseldorfer Spielplan. Horenstein war ein Dirigent, der Tradition und Zukunft miteinander verband: Als Interpret von Gustav Mahler und Anton Bruckner setzte er Maßstäbe, während er sich mit gleicher Intensität für die Musik seiner Gegenwart einsetzte.
Doch diese künstlerische Blüte war von kurzer Dauer. Mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten 1933 wurde Jascha Horenstein, jüdischer Herkunft und entschiedener Gegner politischer Einflussnahme auf die Kunst, aus seinem Amt gedrängt und zur Emigration gezwungen. Eine Aufführung von Beethovens „Fidelio“ sollte seine letzte an der Deutschen Oper am Rhein werden: Sie wurde von Männern der SA gestört, er flüchtete unerkannt aus dem Opernhaus – und kehrte nie wieder zurück.
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Der „FOKUS: JASCHA HORENSTEIN“ widmet sich dem Leben und Wirken Jascha Horensteins am Düsseldorfer Opernhaus:Wien – Berlin – Düsseldorf: Eine musikalische Hommage an Jascha Horenstein
Matineekonzert durch Studierende der Robert Schumann Hochschule Düsseldorf
Opernhaus Düsseldorf – Foyer
21.06.2026, 11.00 UhrWien, Berlin, Düsseldorf: Der Lebensweg Jascha Horensteins führt durch Europa – und mitten hinein in die künstlerische Blütezeit der Weimarer Republik. Von 1929 bis 1933 prägte er als Generalmusikdirektor des Düsseldorfer Opernhauses einen Spielplan, der mit Neugier und Entschiedenheit die Moderne neben die große Tradition stellte. Werke zeitgenössischer Komponisten fanden hier ebenso ihren Platz wie die Klassiker.
Studierende der Robert Schumann Hochschule Düsseldorf ehren Horenstein, den großen Förderer zeitgenössischer Musik, mit diesem Matineekonzert: Mit Musik von Ernst Krenek, Igor Strawinsky und Alban Berg wird die klangliche Aufbruchsstimmung der Zwischenkriegszeit lebendig, während Franz Schubert und Ludwig van Beethoven jene Tradition verkörpern, die Horensteins Arbeit ebenso bestimmte. Ein Konzert als klingende Erinnerung – und als Echo eines Dirigenten, der Musik stets als lebendigen Dialog verstand.
Jascha Horenstein – Leben und Werk
Dr. Wolfram Goertz und Axel Kober im Gespräch über ausgewählte Aufnahmen des Dirigenten
Opernhaus Düsseldorf – Foyer
21.06.2026, 17.00 Uhr
Eintritt frei!


