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Uraufführung Tanz: HERE IS THERE - Doppelabend mit zwei neuen Werken von Thomas Bradley und Ioannis Mandafounis - Schauspiel Frankfurt

Premiere 04.06.2026, 20:00 Uhr

Beide Choreografen manipulieren den Raum, um Bewegung entstehen zu lassen. Zugleich bewegen sie sich an der Grenze zwischen Geräusch und Musik: bei Bradley zwischen den Tönen, wenn ein Elektrogerät zerlegt wird, und einer Trompeten-Sonate, bei Mandafounis zwischen den Sounds von Objekten und der Live-Musik eines Schlagzeugers.

© Dresden Dance Company

SEVERAL RHYTHMS SORT THOUGHTFULLY    

Neukreation von Thomas Bradley

Wenn man etwas genau betrachtet, kann man auch in scheinbar zufälligen Handlungen Muster erkennen. Wenn man lang genug schaut, sieht man, wie sie sich verändern. Thomas Bradley lädt mit seiner ersten Arbeit für die DFDC zu einer solchen Betrachtung ein. Er versteht Choreografie als soziales System, einem Spiel ähnlich. Durch dauerhafte Aufmerksamkeit entsteht eine aufgeladene Atmosphäre, in der Regeln und Bedingungen die Entscheidungen der Tänzer*innen in den Fokus rücken. Alle haben ihre eigenen Strategien, aber durch ihr gemeinsames Ziel bleiben ihre Beziehungen bestehen. Auch die Kostüme beeinflussen das Geschehen in entscheidender Weise. In einem mit Bedacht strukturierten Raum trifft die Choreografie auf zwei weitere akustische Elemente: die klanglichen Spuren der Zerlegung eines Elektrogeräts und eine Solo-Sonate für Trompete von HK Gruber.

THIS BEAUTIFUL MESSY THING 

Neukreation von Ioannis Mandafounis

In großer Enge sehnt man sich nach Weite, im Tohuwabohu nach Reduktion und Klarheit. Oft enthält etwas sein eigenes Gegenteil. Die Bilder und Situationen in „This Beautiful Messy Thing“ sind von solchen Spannungen geprägt. Wo führt der Drang nach Veränderung hin? Vielleicht kann man die Kontraste selbst genießen, anstatt auf einen Moment zu hoffen, in dem alle Wünsche erfüllt sind. Beim Tanzen kann man mit den Grenzen der Situation spielen, anstatt von ihnen gebremst zu werden. Gegenstände, die als Baustoffe einer Szenerie dienen könnten, verweigern hier eine solche nützliche Ordnung und behaupten stattdessen als lärmende Objektchoreografie ihr Eigenleben. Da fliegt wohl einiges durch die Luft. In den Händen des Schlagzeugers Philipp Danzeisen vermischen sich Samples der verschiedenen Geräusche mit den Sounds der Trommeln. Die lebendige, organische Körperlichkeit der Tänzer*innen, eingegrenzt und gehalten durch das Bühnenbild, ganz nah am Publikum oder vereinzelt im Raum, wirkt so verletzlich wie kraftvoll. Es ist ein Stück von Mandafounis, nur noch lauter – und leiser.

SEVERAL RHYTHMS SORT THOUGHTFULLY

CHOREOGRAFIE Thomas Bradley
TANZKÜNSTLER*INNEN Nastia Ivanova, Marina Kladi, Solène Schnüriger, Ichiro Sugae, Sam Young-Wright

SOUND DESIGN Zachary Mentzos 

KOSTÜME Thomas Bradley

DRAMATURGIE Philipp Scholtysik

OUTSIDE EYE Louella May Hogan

THIS BEAUTIFUL MESSY THING

CHOREOGRAFIE Ioannis Mandafounis
TANZ Sophie Borney, Lander Casier, Emanuele Co’, Audrey Desmurs, Nastia Ivanova (Vorproben), Yan Leiva, Liam Meier, Antonin Mélon, Emanuele Piras, Simon Voitoux Puigrenier, Jin Young Won

KOMPOSITION, SCHLAGZEUG Philipp Danzeisen

CHOREOGRAFISCHE ASSISTENZ Pauline Huguet

DRAMATURGIE Philipp Scholtysik

KOSTÜME Dorothee Merg, Lander Casier

BÜHNE Ioannis Mandafounis

BIOGRAFIE THOMAS BRADLEY

Thomas Bradley wurde in Cootamundra, Australien geboren und studierte an der New Zealand School of Dance. Ab 2012 tanzte er für die Sydney Dance Company, ab 2015 für das Australian Dance Theatre. 2017 bis 2023 arbeitete er als Tänzer, Pädagoge und Kostümbildner für Emanuel Gat Dance. Seit 2023 arbeitet er als Tänzer und immer wieder auch Kostümbildner für die Dresden Frankfurt Dance Company. Seine Solo-Arbeiten wurden europaweit gezeigt: unter anderen Butohpolis (International Butoh Art Festival, Warschau, Polen), Teatr Rozbark (Bytom, Polen), Fuori Programma (Rom, Italien), International Dance Week Budapest, Le Louvre (Paris, Frankreich), Rez Gauche (Brüssel, Belgien), Thessaloniki Queer Arts Festival (Thessaloniki, Griechenland), Garage 19 (Korfu, Griechenland), SOLO International Contemporary Dance Festival (Ankara, Türkei) und O.Z.O.R.A. Festival (Ungarn). Als Kostümbildner arbeitete er unter anderem für das Staatsballett Berlin, das Scottish Dance Theatre, TANZ LINZ (Österreich) und die Oper Graz (Österreich). Er ist Mitbegründer des Performancekollektivs LANDBREAKERS und Leiter des choreografischen Ensembles PLAYWORK-GROUP.

BIOGRAFIE IOANNIS MANDAFOUNIS

Ioannis Mandafounis wurde in Athen geboren und studierte Tanz am Pariser Konservatorium. Er war Tänzer beim Ballett der GöteborgsOperan, beim Nederlands Dans Theater II und bei The Forsythe Company. Bereits 2004 begann seine Tätigkeit als Choreograf. Ab 2009 war er Mitglied des erfolgreichen Frankfurter Kollektivs mamaza. Zur gleichen Zeit leitete er seine eigene Company in der Schweiz und tourte weltweit. Er entwickelte Auftragswerke für eine Vielzahl internationaler Kompanien, darunter das Ballet de l'Opéra de Lyon, das Grand Théâtre de Genève, Corpus des Royal Danish Ballets, das Greek National Opera Ballet, das Nationaltheater in Athen, das Theater Junge Generation Dresden, Norrdans, das Gärtnerplatztheater in München und das Regionteater Väst. Seit der Spielzeit 2023/24 ist er der Künstlerische Leiter der Dresden Frankfurt Dance Company.

05. & 06.06.2026, 20:00 Uhr
07.06.2026, 18:00 Uhr
Schauspiel Frankfurt

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