Heutzutage verbindet man den technischen Fortschritt nur noch selten mit dem Begriff der Zauberei – für die Menschen des 17. Jahrhunderts jedoch war bereits eine einfache Bildprojektion an der Wand nichts anderes als Magie. Die Laterna magica (»Zauberlaterne«) ist ein Projektionsgerät, das im 17. Jahrhundert erfunden wurde und sich im 19. Jahrhundert zu einem Massenmedium entwickelte. Als Vorläufer des modernen Kinos vereint sie verschiedene optische Effekte in einem einzigen technischen Instrument: Aus dem Nichts tauchen Figuren und Landschaften als Bildprojektionen vor den Augen der Zuschauer auf.
In Zusammenarbeit mit der Komponistin Oxana Omelchuk, die sich besonders für elektronische und zeitgenössische Musik interessiert, entwickelt die Künstlerin, Filmhistorikerin und Autorin mehrerer Laterna-magica-Vorführungen, Anne Gourdet-Marès, eine Kammeroper. Dafür nutzt sie Bilder und Techniken des 19. Jahrhunderts, um von der Entstehung und Entdeckung neuer Welten zu erzählen. Drei Instrumente, zwei Opernstimmen und elektronische Klänge ergänzen die Geschichte, die in einer Abfolge bewegter Bilder auf der Leinwand erzählt wird.
Durch die Verschmelzung rührender, poetischer und märchenhafter Elemente werden die Grenzen der Realität durchbrochen: Eine kleine Blackbox-Bühne verwandelt sich in einen immersiven Erlebnisraum, in den das Publikum mit allen Sinnen eintauchen kann.
Libretto von Oliver Riedmüller
Musikalische Leitung: Avishay Shalom | Laterna magica: Anne Gourdet-Marès | Ausstattung: Nury Stefanie Willig |
Mit: Marie Heeschen, Alicia Grünwald | Mitglieder des Beethoven Orchesters, Sascha Reckert
Weitere Vorstellungen: 5. / 14. / 17. / 21. / 27. Juni und 3. Juli


