Hinter der mörderischen Brutalität von Turandots Gesetz und ihrer eiskalten Ablehnung aller Anwärter versteckt sich ein tiefes transgenerationales Trauma. Die unlösbaren Aufgaben dienen alleine dem Selbstschutz: Eine Vorfahrin wurde von ihrem Gatten brutal misshandelt und ermordet. Die Inszenierung von Jakob Peters-Messer untersucht Puccinis Märchenoper auf diese tiefenpsychologische Ursache und macht gleichzeitig die eingeschriebene Ambivalenz aus Tragödie und grotesker Komik sichtbar.
Puccinis letzte Oper blieb Fragment. Sein Tod ließ ihn den 3. Akt nicht mehr vollenden. Und doch scheint dieses Werk durchdrungen von Puccinis Perfektionismus und seiner ganz eigenen Suche nach einer modernen Tonsprache. Luciano Berios Ergänzung des letzten Aktes aus dem Jahr 2001 setzt diese Suche unter Einbezug von Puccinis hinterlassenen Skizzen fort und stellt eine nachdenkliche Schlussfassung dar. Neben ungemein verführerischen Arien und großen, subtil gezeichneten Chorszenen, ist es das Ringen um ein Musiktheater, „das die Welt weinen machen soll“, welches Turandot einzigartig macht.
Libretto von Giuseppe Adami und Renato Simoni nach Carlo Gozzi
Mit dem Finale von Luciano Berio
Übernahme vom Saarländischen Staatstheater SaarbrückenEinführung: 45 Minuten vor Beginn Italienisch mit deutschen und englischen Übertiteln
- Musikalische Leitung Masaru Kumakura / Mario Hartmuth
- Inszenierung Jakob Peters-Messer
- Szenische Einstudierung Ruben Michael
- Bühne Sebastian Hannak
- Kostüme Tanja Liebermann
- Licht Johannes Paul Volk
- Chor Lorenzo Da Rio
- Kinderchor Tatiana Bergh
- Dramaturgie Anna Maria Jurisch
- Xchange Matthias Brandt
- Turandot Liene Kinča
- Altoum Lars-Oliver Rühl / Jan Kristof Schliep
- Timur Shavleg Armasi
- Calaf Xavier Moreno
- Liù Kiandra Howarth
- Ping Matteo Guerzè / Max Dollinger
- Pang Jonathan Winell
- Pong SeungJick Kim / Michał Prószyński
- Ein Mandarin Juhyeon Kim


