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Schweizer Erstaufführung: "Schrottengel" von Petr Zelenka in Bern

23.03.2007
Kategorien: Schweiz, Schauspiel, News

Geschichten vom alltäglichen Wahnsinn,

Premiere am Samstag, 31. März 2007, 19 Uhr auf der Kornhausbühne des Stadttheaters.

Immer mehr osteuropäische Stücke gelangen in die deutschsprachigen Theater. Die Komödie des Tschechen Petr Zelenka verbindet dabei den lakonischen Humor der Filme von Kaurismäki mit der Beredsamkeit der älteren östlichen Autoren, die Seelenwärme fundierter Menschenliebe mit der sozialen Problematik einer sich schnell verändernden Gesellschaft.

„Schrottengel“ zeigt lauter charmante Sonderlinge. Sie sind einsam und sehnen sich nach Liebe und Anerkennung. Sie scheinen sonderbar und sind doch ganz normal. Um ihre Einsamkeit zu besiegen, stellen sie immer verrücktere Dinge an und werden immer liebenswerter.

Die Welt von Petr ist voller skurriler Überraschungen. Sein Vater, ein ehemaliger Wochenschau-Sprecher, lernt durch einen zufälligen Anruf Sylvie kennen, die seinen Kopf modelliert und ihn mit auf Partys nimmt, wo er aus alten Wochenschauen zitiert. Die Mutter sorgt sich um Petrs Wohl und das Elend der ganzen Welt. Sein Freund Mücke erzählt ihm, dass er nun mit einer Schaufensterpuppe zusammen ist. Und dann gibt es noch seine Exfreundin Jana, die er unbedingt zurückerobern will, seinen Chef, Freunde und die Nachbarn. Petr Zelenka führt mitten hinein in ein Wirrwarr zwischenmenschlicher Verhältnisse, erzählt von Liebes- und Lebenslagen, vongroßen und kleinen Lügen, von ewigen Verlierern, von Einsamkeit, Sehnsüchten und Hoffnungen. Unter der Anarchie des Stückes liegt eine tiefe Melancholie verborgen, die uns alle diese Lebenskünstler so nahe bringt.

Petr Zelenka, Jahrgang 1967, studiert von 1986-1991 an der Prager Filmhochschule und arbeitet parallel als Drehbuchautor. Bereits sein Regiedebüt, der Film „Mnága-Happy End“ (1996), wird mit Preisen geehrt. Sein zweiter Film „Die Knöpfler“ bringt es in Tschechien zum Kultfilm des Jahres 1997, und auch für „Außenseiter“ (2000) und „Im Jahr des Teufels“ (2002) erhält er mehrere Preise. Sein erstes Theaterstück „Schrottengel – Geschichten vom alltäglichen Wahnsinn“ schreibt Petr Zelenka für das Prager Theater Dejvické divadlo, wo es 2001 in seiner Regie uraufgeführt wird. Petr Zelenka lebt in Prag.

Regie: Stefan Huber

Bühne: Raphaël Barbier

Kostüme: Heike Seidler

Petr: André Benndorff

Mutter: Heidi Maria Glössner

Vater: Horst Warning

Sylvie: Grazia Pergoletti

Jiri: Andreas Herrmann

Alice: Silvia Pfändner

Mücke: Marcus Signer

Anna/Eva: Julia Maurer (Studentin der HKB)

Ales: Stefano Wenk

Jana: Fabienne Biever

Chef/Mann: David Voges (Student der HKB)

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