Das Sing- und Tanzspiel «Die Schnecke», uraufgeführt 2004 am Nationaltheater Mannheim, ist ein reizvolles, spartenübergreifendes Musiktheater, das gekonnt mit Stereotypen der europäischen Kulturgeschichte spielt und auf humorvoll-kalauernde Weise auch sich selbst reflektiert: Zwei Brüder, der eine «gut» aber erfolglos, der andere «böse» aber beliebt, geraten in Streit. Die Eltern setzen ihre ganze Hoffnung auf den Falschen und bringen sich um ihr Vermögen. Als sie ihren Fehler erkennen, rächen sie sich an ihrem Sohn … Diese Rache- und Bruderzwisttragödie ist eingebettet in die vielschichtige, ihrem Wesen nach hermaphroditische Welt der Schnecken, die für den Verlust scheinbar unverrückbarer Verhaltensmuster und Geschlechterrollen steht. Die Musik greift die Ironie des Textes auf und verschmilzt verschiedene Stile zu einem ebenso rhythmisch wie melodisch profilierten Satz, der alle Nuancen des Geschehens auf subtile Weise einfängt.
Produktionsteam: Mark Foster (Musikalische Leitung), Nelly Danker (Inszenierung), Werner Hutterli (Bühne), Anemone Bold (Kostüme), Ana María Mondini (Choreografie), Caroline Weber (Dramaturgie)
Mit: Tania Ariane Baumgartner, Danielle Clamer, Sungjae Jun, Elina Müller Meyer, Patricia Rotondaro, Caroline Vitale, Madelaine Wibom, Martin Brücker, Gregor Dalal, Peter Jecklin, Jason Kim, Manuel Kühne, Reinier Powell Matheu, Marc-Olivier Oetterli, Chor und Extrachor des Luzerner Theaters, Luzerner Sinfonieorchester, Tanztheater Verena Weiss am Luzerner Theater, Statisterie des Luzerner Theaters
Am Luzerner Theater gibt es neben «Die Schnecke» ein weiteres Werk von Moritz Eggert zu entdecken: DieUraufführung von «Wide unclasp, eine Heimsuchung in 12 Liedern» nach Texten von Anne Sexton und William Shakespeare, findet am 08. Februar 2007 um 20.00 Uhr im UG des Luzerner Theaters statt.
zu «wide unclasp» findet AM 23. fEBRAUR 2007, 20.00 Uhr, EINESpezialvorstellung mit dem Komponisten Moritz Eggert am Piano UND anschliessendem Publikumsgespräch STATT.

