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Schauspielhaus Zürich: VERSETZUNG von Thomas Melle

Premiere: Freitag, 25.1.2019, 19:30 Uhr, Pfauen/Kammer

Der vielfach ausgezeichnete Autor Thomas Melle entlarvt in seinem Stück „Versetzung“ unlösbare Paradoxien unseres demokratischen Zusammenlebens. Wie tolerant ist unsere Gesellschaft gegenüber der Abweichung? -- Ronald Rupp, ein Humanist, leidenschaftlicher Lehrer und werdender Familienvater, soll zum neuen Direktor des Gymnasiums ernannt werden, an welchem er seit zehn Jahren erfolgreich unterrichtet. Doch es gibt Neider im Kollegium und Eltern, welche die Verantwortung für ihre innerfamiliären Probleme vorzugsweise auf das Lehrpersonal projizieren.

In Zeiten der „Vernetzung“ kann ein Klick, ein Post auf Facebook schnell wahrer werden als die Wahrheit. Rupps neue Gegner werden leicht fündig in ihrer Recherche nach Makeln in seiner Vergangenheit: Vor zehn Jahren wurde bei ihm eine bipolare Störung diagnostiziert. Seitdem ist Rupp stabil mithilfe der Medikation durch Lithium. Die Mutter einer seiner Schülerinnen, eine ehemalige Geliebte, beschuldigt ihn ausserdem zu Unrecht eines sexuellen Übergriffs. Der Skandal ist
perfekt, Rupp stellt im Handumdrehen eine Gefahr für die Schüler dar nund seine Ernennung zum Direktor wird zurückgezogen.

Rupp erleidet einen Rückfall: „Man fühlt sich wie in einem riesigen Drama. Alles meint und betrifft einen selbst. Man wird von jedem Wort, jeder Regung verfolgt.“ Er bittet sein Kollegium und die Elternschaft offen um Vertrauen in seine Person, doch stattdessen verliert er alles, was er sich aufgebaut hat und fällt allein in den Abgrund seiner
Krankheit.

Die junge Regisseurin Clara Dobbertin hinterfragt mit ihrer zweiten eigenen Regiearbeit am Schauspielhaus Zürich den gesellschaftlichen Konsens von Normalität und Wahrnehmung. Wie tolerant ist unsere Ge-sellschaft gegenüber der Abweichung? Wie soll eine Gesellschaft gesun-de Menschen hervorbringen, wenn sie die Auseinandersetzung mit Krank-heit aus ihrem Zentrum verbannt? Ab wann wird ein Mensch untragbar?

Clara Dobbertin, 1988 in Frankfurt am Main geboren, studierte Litera-tur-, Kunst-, Medienwissenschaft und Französisch an der Universität Konstanz und der Université Lumière Lyon, sowie Theaterwissenschaft und Kunstgeschichte an der Universität Bern. Sie absolvierte erste Re-giehospitanzen am Stadttheater Konstanz, assistierte in der freien Szene Frankfurts und am Schauspielhaus Zürich, wo sie seit 2015 als Regieassistentin arbeitet. 2018 zeigte sie hier ihre erste eigene Ar-beit, die Stückentwicklung „Super Food Heroes“.

Regie Clara Dobbertin
Bühne Marie Hartung
Kostüme Sabrina Bosshard
Dramaturgie Daniela Guse
Licht Robin Huwiler

Mit: Ronald (Roland) Rupp Christian Baumbach Kathleen Rupp / Inga Römmelt Vera Flück Schütz / Falckenstein Gottfried Breitfuss Sarah / Manu (Claire) Cordsen, Katrija Lehmann Mutter von Sarah Leon / Lars Mollenhauer, Dominic Hartmann Vater von Leon

Weitere Vorstellungen in der Pfauen/Kammer
25./28. Januar, jeweils 19:30 Uhr 4./8./9./12./14./19./21./25./28. Februar, jeweils 19:30 Uhr Weitere Termine in Planung.


 

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