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schauspielhannover: "Der gute Mensch von Sezuan" von Bertolt Brecht

30.05.2008

Premiere am 7. Juni 2008 um 19.30 Uhr im Schauspielhaus

Auf der Suche nach einem guten Menschen kommen drei Götter auf die Erde. Sie versuchen, eine Unterkunft zu finden, doch nur die Prostituierte Shen Te ist bereit, sie aufzunehmen und wird dafür belohnt.

Mit dem Geld der Götter eröffnet Shen Te einen Tabakladen. Sofort wird sie von Bittstellern umringt, die sie nicht abzuweisen vermag. So ist sie gezwungen, ein anderes Gesicht anzunehmen: Sie verkleidet sich als Mann und gibt sich für ihren Vetter Shui Ta aus, einen hartherzigen Geschäftsmann. Auch in der Liebe findet sich Shen Te ausgebeutet: Der arbeitslose Flieger Sun benutzt sie nur, um seine eigenen Ziele voranzutreiben. Als sie von ihrem Geliebten schwanger wird, schwört sie ihr Kind zu schützen und überlässt es ihrem zweiten Ich, Shui Ta, mit der Gründung einer Tabakfabrik reich zu werden.

Brecht beschreibt eine Gesellschaft, die Grausamkeit, Unfreundlichkeit und

Ausbeutung verlangt. Die kapitalistische Kultur fordert ein gespaltenes

Selbst. Der Mensch muss sich verstellen können, um zu überleben. Doch

Brechts Parabel wohnt zugleich die Utopie einer Gesellschaft inne, die es

dem Menschen ermöglicht, er selbst zu sein.

Oda Thormeyer steht in der Rolle der Shen Te und ihres alter ego Shui Ta im

Mittelpunkt der Inszenierung: Güte, so hat Brecht gesagt, ist für den

Menschen natürlich. Zur Grausamkeit wird intensive Anstrengung benötigt.

Aber der Preis der Güte ist sehr hoch.

Die Regisseurin Shirin Khodadadian arbeitet u.a. am Münchner Residenz

Theater, dem Schauspiel Essen und dem Staatstheater Kassel, wo sie als

Uraufführungsregisseurin der Stücke von Theresia Walser hervortrat: Für „So

wild ist es in unseren Wäldern schon lange nicht mehr“ erhielt sie 2005 den

Förderpreis für Regie der Deutschen Akademie für Darstellende Künste,

„Morgen in Katar“ wurde für den Mülheimer Dramatikerpreis 2008 nominiert.

Regie Shirin Khodadadian

Bühne Philipp Nicolai

Kostüme Charlotte Willi

Musikalische Leitung Stephan Kanyar

Dramaturgie Beate Heine

Mit Holger Bülow, Matthias Buss, Moritz Dürr, Christian Erdmann, Christoph

Franken, Philippe Goos, Cornelia Kempers, Oda Thormeyer, Svenja Wasser und den Musikern Kristof Hinz, Stephan Kanyar/Burkhard Niggemeier, Nigel Moore, Dorothee Pöhl

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Herausgeber des Beitrags: theaterkompass.de

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