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Schauspiel Dortmund: "Dantons Tod und Kants Beitrag" - Eine revolutionäre Theatersatire Von Kieran Joel, Marie Senf und Ensemble nach Georg Büchner

Premiere Samstag 14. Sseptember 2024, Schauspielhaus, 19:30 Uhr, Einführung: 19:00 Uhr

11.09.2024

Intendantin Bettina Kunstmann und ihr Ensemble hadern mit ihrem Theater und den Übeln der Welt. Nicht nur scheint die Verwirklichung der Ideale der Aufklärung ferner denn je, im Gegenteil: Statt Fortschrittsoptimismus herrscht Verzweiflung, statt zum Besseren scheint sich alles zum Schlechteren zu entwickeln. Das muss sich ändern, beschließen die wackeren Theaterschaffenden und besinnen sich auf den alten, größenwahnsinnigen Traum aller Künstler*innen: Die Welt nicht nur interpretieren, sondern wirklich verändern!

© Birgit Hupfeld

Die Menschen endlich zum Handeln aktivieren! Und wie soll man das schaffen? Natürlich durch eine (Theater)Revolution!  Genauer gesagt eine die Realität selbst übertreffende Inszenierung von Georg Büchners Drama Dantons Tod, das mit der Französischen Revolution das zentrale Ereignis der Aufklärung zum Thema hat. Protagonisten sind auf der einen Seite der dekadente Revolutionsheld Danton und seine Freunde, denen der Glaube an die Revolution und die Freiheit gründlich abhanden zu kommen droht. Auf der anderen Seite der Sozialrevolutionär Robespierre und der fanatische St. Just, die der Meinung sind „Wer eine Revolution nur zur Hälfte vollendet, gräbt sich selbst sein Grab“. Und die um dieses Ideals willen sogar bereit sind, ihre ehemaligen Mitstreiter als Konterrevolutionäre aufs Schafott zu schicken.

Euphorisch wird also die Theaterrevolution ausgerufen und der dreckigen Realität der Krieg erklärt – doch über das Wie kommt es schnell zu Differenzen. Und während sich die Fraktionskämpfe innerhalb der Truppe immer mehr verschärfen, verwirren sich auch noch die Grenzen zwischen Theater und Realität, zwischen den Konflikten der Ensemblemitglieder und denen ihrer Figuren im Stück. Ist Bettina Kunstmann noch Bettina Kunstmann oder schon der „Blutrichter“ Robespierre? Zeigt die Neue im Ensemble nicht bereits erschreckende Züge des Fanatikers St. Just? Werden etwa am Ende tatsächlich Köpfe rollen?

Nach seiner Inszenierung Das Kapital: Das Musical begibt sich Regisseur Kieran Joel mit Dantons Tod und Kants Beitrag erneut auf eine humorvoll-existenzielle Tour de force durch die Metaebenen von Fiktion und Realität, Theater und Gesellschaft. Zwischen Schein und Sein, echten Idealen und falschem Theaterblut ringen hier die Protagonist*innen um die alles entscheidende Frage: Können wir uns und die Welt zum Besseren verändern? Oder gibt es tatsächlich keinen Ausweg aus dem „gräßlichen Fatalismus der Geschichte“?

Regie Kieran Joel
Bühne Justus Saretz
Kostüm Tanja Maderner
Komposition / SND Design Leonardo Mockridge
Videodesign Leon Landsberg
Dramaturgie Marie Senf
Theatervermittlung Sarah Jasinszczak
Licht Stefan Gimbel
Ton Younes El-Ali
Regieassistenz Jasmin Johann, Bayram Umur Yildirim
Bühnenbildassistenz Sandra Maria Kania
Kostümassistenz Alexandra Peronis
Inspizienz Monika Gies-Hasmann
Soufflage Britta Kalitzki

Alexander Maria Darkow/ Danton Alexander Darkow
Intendantin Bettina Kunstmann/ Robespierre Antje Prust
Die Neue/ St. Just Fabienne-Deniz Hammer
Lukas Ephraim Beeler/ Camille Lukas Beeler
Viet Alexander Tran/ Hérault Viet Anh Alexander Tran
Sarah/ Das Volk Sarah Quarshie

Opfer der Revolution Umut Can Cansit (Statisterie)

Im Video  Katrin Osbelt (Reporterin), Roland Schröter-Liederwald (Guillotinemeister), Umut Can Cansit, Patricia Kalde, Sebastian Kaute, Paula Leminski, Julie Meyer, Maria Pfund, Hazal Saracoglu, Justin Sathiskumar, Ari Trapani

Die nächsten Termine sind 15. und 22. September (jeweils 18 Uhr) sowie 2., 12. und 16. Oktober (jeweils 19.30 Uhr).

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Herausgeber des Beitrags: theaterkompass.de

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