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"Richard III." live vom Festival von Avignon bei ARTE

Montag, 13. Juli 2015, 22.05 Uhr. -----

Richard ist von Hass erfüllt und schreckt vor nichts zurück. Dank ihm konnte sein Bruder Edward zum König von England aufsteigen. Doch bald bahnt sich der Krüppel mordend selbst den Weg zum Thron. Richard III. ist eines der frühesten Stücke Shakespeares und hat bis heute nichts von seiner Faszination verloren.

ARTE zeigt die Inszenierung von Thomas Ostermeier mit Lars Eidinger als Richard, die dieses Jahr beim Festivals von Avignon zu sehen ist.

England Ende des 15. Jahrhunderts: Richard ist hässlich und bucklig, ein Krüppel. Auf den Schlachtfeldern der Rosenkriege, die nach dem Tod Heinrichs V. aufflammen, leistet er dank seiner Schreckenslosigkeit vor allem seinem Bruder Edward gute Dienste. Diese Mordlust verhilft Edward auf den Thron. Richard III . aber findet weiterhin keinen Frieden, zu tief sitzt sein Hass auf die Welt, zu der

er nicht gehört. Also mordet er weiter, bis er selbst den Thron von England besteigt. Doch auch dieser Triumph wird seine Kränkung über das, was ihm die Natur angetan hat, nicht stillen. Allein an der Spitze richtet er sein Wüten nun gegen seinen eigentlichen Feind - sich selbst. Richard III. ist eines der frühesten Stücke Shakespeares, uraufgeführt um 1593, und seine Titelfigur der erste in einer

Reihe von Bösewichten im Werk des Jahrtausendgenies.

Die Verführungskraft Richards liegt in ihrer hemmungslosen, lustvoll zur Schau gestellten Amoralität. Aber das Stück erschöpft sich nicht in der Dämonisierung eines psychopathischen Amokläufers. Es ist auch das Porträt einer zerrütteten Machtelite, aus deren Mitte ein solch perverser Diktator aufsteigen konnte.

Während des diesjährigen Festivals von Avignon spielt Lars Eidinger den Bösewicht Richard III . unter der Regie von Thomas Ostermeier. Damit setzen Ostermeier und Eidinger ihre Shakespeare-Erkundungen fort, die vor neun Jahren mit dem Sommernachtstraum begonnen hat und dem Theater 2008 mit Hamlet eine der erfolgreichsten Klassiker- Deutungen des deutschen Theaters beschert hat. Die Inszenierung hatte im Februar 2015 an der Berliner Schaubühne Premiere.

Inszenierung: Thomas Ostermeier

Richard III.: Lars Eidinger

Buckingham: Moritz Gottwald

Elizabeth: Eva Meckbach

Lady Anne: Jenny König

Hastings, Brakenbury, Ratcliff, Tyrell: Sebastian Schwarz

Catesby, Margaret, Erster Mörder: Robert Beyer

Edward, Bürgermeister, Herzogin v. York, Zweiter Mörder: Thomas Bading

Clarence, Stanley, Prinz v. Wales (als Puppe:) Christoph Gawenda

Rivers, York (als Puppe), Richmond: Laurenz Laufenberg

Schlagzeuger: Thomas Witte

FernsehRegie: Hannes Rossacher

arte france, La Compagnie des indes

Frankreich / Deutschland, 2015, 150 Min.

Erstausstrahlung

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