Sophokles‘ antikes Drama in einer Fassung nach Heiner Müller. „Müllers Ödipus-Bearbeitung ist einfach großartig, extrem minimalistisch, unverschnörkelt und konkret, das kommt meinem Ansatz für diese Arbeit sehr entgegen“, sagt der Berliner Regisseur Christoph Mehler, der gemeinsam mit der Ausstatterin Jennifer Hörr und dem Musiker David Rimsky-Korsakow in Darmstadt regelmäßiger Gast ist.
Ödipus, Tyrann
Heiner Müller nach Friedrich Hölderlin nach Sophokles
MIT Gabriele Drechsel, Judith Niederkofler; Erwin Aljukić, Hans-Christian Hegewald, Robert Lang, Daniel Scholz, Jörg Zirnstein, Mathias Znidarec
REGIE Christoph Mehler
BÜHNE UND KOSTÜM Jennifer Hörr
MUSIK David Rimsky-Korsakow
DRAMATURGIE Oliver Brunner
VIDEO Stefano Di Budo
Das Bld zeigt Heiner Müller
"Ödipus, Tyrann" von Heiner Müller nach Friedrich Hölderlin nach Sophokles - Staatstheater Darmstadt
Premiere am Mittwoch, 16. Oktober 2019, 19:30 Uhr / Kleines Haus
10.10.2019
Ödipus ist der Fremde. Er ist der Ausgestoßene, der als Kind in der Wildnis ausgesetzt werden sollte. Aus Mitleid gerettet und über seine Herkunft getäuscht, ist er nicht nur äußerlich durch die Verletzung am Fuß stigmatisiert, sondern auch durch den Spruch des Orakels, der ihn zum Mörder macht. Ödipus als Held hat Theben von der mörderischen Sphinx erlöst, in dem er in ihrem Rätsel den Menschen erkannte. Als ein fanatischer Wahrheitssucher erkennt Ödipus, dass er der Mörder seines Vaters ist und mit der eigenen Mutter Kinder gezeugt hat und muss die Selbsterkenntnis der eigenen Schuld ertragen. So blendet sich der, der als Sehender blind war, am Ende selbst.

