
So landen die Astronauten schließlich auf einem unbekannten Himmelskörper. Die Inszenierung von Marthe Meinhold und Marius Schötz betont das Gemeinschaftsgefühl dieser ungewöhnlichen Protagonisten. Bühne und Kostüm von Florian Kiehl unterstreichen mit ihren nachgezeichneten Himmelskörpern und Sternschnuppen den magischen Charakter dieses Musicals. Den "Song "The Magic Key" hat die französische Hip-Hop-Formation One-T im Jahr 2003 geschrieben. In diesem Song geht es um eine Gruppe, einer daraus ist gestorben, schwebt über der Welt und schaut von oben herab. Und diese verstorbene Person singt davon, wie sehr sie die anderen vermisst.
Das Motiv der imaginären Reise entwickelt sich hier immer weiter. Und das Science-Fiction-Genre wird ausgereizt. Zuletzt verliert sich die Gruppe im Nebel. Es folgt eine schwere Krise. Zuvor ist die Erde mit einem fremden Planeten kollidiert. Doch auch diese Katastrophe haben die Astronauten schließlich doch noch überlebt. Dann geht es in einer geradezu hymnischen Stimmung zurück zur Erde.
Camille Dombrowsky spielt und singt dabei die Forscherin Prof. Dr. Mey Feminism. Sie wird von den "Kollegen" Doktor Dr. Mag. Riccarda Witt (virtuos gemimt von Elias Krischke), Dr. Otto Casino aus Mannheim (facettenreich: Noah Baraa Meskina) sowie Dipl. Ing. Louis Moonfahrt (wandlungsfähig: Peer Oscar Musinowski) begleitet. Sie wollen sich sogar ein Büro auf dem fremden Planeten einrichten.
Die Musik von Marius Schötz ist sehr abwechslungsreich und zeigt auch immer wieder eine gewisse Nähe zu den Musicals von Andrew Lloyd Webber. "The Magic Key" arbeitet ganz bewusst mit Collagetechnik. Zudem ist Camille Dombrowsky ausgebildete Sopranistin. Ihre Kantilenen erinnern zuweilen an virtuose Opernarien. Und Elias Krischke ist ein ausgebildeter Musicalsänger, was man bei der farbenreichen Aufführung deutlich hört. Marius Schötz zeigt sich von Wagner und Strauss beeinflusst.
Die Formation liebt das "neue Theater" mit Rene Pollesch als Inspirationsquelle. Es gibt hier vier Kapitel mit einem von außen betrachtenden Blick auf die Erde. Geld, Hass, Hunger und Schmerz begleiten diese Reise. Die Musik arbeitet sehr stark mit Emotionen und harmonischer Vielschichtigkeit. Das merkt man den Titeln "Go Astronaut Go", "Exposong", "Sterne Chor", "Raum und Zeit" ("Ich will Eis") und "Breakup Time" deutlich an. Camille Dombrowsky gewinnt ihrer "Arie" ("Wie gern würde ich mit dem Alien ziehen...") eine gewisse Ironie ab. Und Peer Oscar Musinowski betont beim Song "Zusammenhalt": "Ich steh alleine hier als Prototyp".
Die visuelle Vielschichtigkeit triumphiert auch da, wo sich die Handlung in die Länge zieht. Die Philosophin, die Forscherin, der Financier und der Durchschnittsbürger vereinigen sich zuletzt zu einer unschlagbaren Truppe. Riesenapplaus, Bravo"-Rufe im nicht voll besetzten Kammertheater.