Diese Parabel zeigt, dass Gefahr allzu oft nicht offensichtlich ist, sondern sich sukzessive anschleicht und so viel eher als Gegebenes angenommen wird. Sie dient als Unterbau für die installative Performance, die den Mythos der Schwestern Philomela und Prokne aus Ovids „Metamorphosen“ zum Gegenstand nimmt. Der über 2000 Jahre alte Mythos erzählt von weiblicher Wut, Selbstermächtigung und Brutalität. Die „schlangenköpfigen Frauen“, wie es bei Ovid heißt, haben sexualisierte Gewalt erfahren. Auf eine schützende Umgebung ist nicht zu hoffen, also entwickeln sie einen Spielraum, in dem sie eigenmächtig handeln können. Der Rachefeldzug am Täter gipfelt in Kindsmord.
Das künstlerische Team verwebt den Mythos mit Thesen des »Xenofeministischen Manifests«, das von Laboria Cuboniks im Jahr 2015 veröffentlicht wurde. Fremdes (griechisch xenos) nicht als Bedrohung, sondern als Chance für Veränderung zu begreifen, ist die Grundthese des Manifests. In schillernd-wabernder Atmosphäre plädiert die Performance für Veränderung, Gemeinschaft und Vernetzung.
TEAM
Regie und Bühne: Kaethe Olt
Kostüme: Tina Schneiderat
Dramaturgie: Jana Fritzsche
Sounddesign: Laila Gerhardt
Choreografie: Lukas Robitschko
Digitale Videoanimationen: Felix Schwarzrock
BESETZUNG
Tanja Merlin Graf
die nächste Vorstellung: 23. Juni

