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"Mein kleines Prachttier" nach dem Roman von Lucas Rijneveld - Münchner Kammerspiele

Premiere 13. Juni 2026, 20.00 Uhr, Schauspielhaus

In the name of Love. – Wie kann Scham die Seite wechseln? Nach „Fräulein Else” setzt Leonie Böhm die Arbeit daran fort, in einen Dialog und ein anderes Miteinander abseits patriarchaler Gewaltstrukturen zu kommen.

© Judith Buss

 Die Geschichte eines Tierarztes und   eines jungen Mädchens zwischen Kind und Erwachsener, wandelt an den Grenzen des Sagbaren. Es ist eine hoch ambivalente Innenschau in eine klaustrophobische Welt. Und es ist ein Text, der der Sehnsucht nach Worten in einer Welt der Sprachlosigkeit und Stille einen Raum gibt. Die imaginierte Perspektive eines Mannes, der sich gnadenlos mit dem eigenen Gewaltpotenzial auseinandersetzt, wird zum Ausgangspunkt für eine spielerische Untersuchung von drei Frauen. Wie können wir den Diskurs um Gewalt an weiblichen Körpern mitgestalten und gemeinsam füreinander Verantwortung tragen?

Regisseurin Leonie Böhm, bekannt für ihre radikale Entkernung klassischer Werke, kehrt an die Münchner Kammerspiele zurück und nimmt diesmal einen zeitgenössischen Text als Ausgangspunkt. In ihrer Arbeit konzentriert sie sich darauf, mit ihren Darsteller* innen einen intimen Raum auf der Bühne zu schaffen, um verschiedene Formen des Zusammenlebens auszuprobieren – radikal offen und verletzlich.

„Das Spektakuläre an „Mein kleines Prachttier“ ist für mich, dass eine Autor*innenperson sich eine Täterperspektive imaginiert, die etwas leistet, was dazu beiträgt, dass die Themen die darin verhandelt werden, den Diskurs und das Nachdenken darüber verändern. Diese Täterperspektive zeigt sich aufs Äußerste, erklärt sich, stellt sich zur Disposition, versucht sich zu versprachlichen, versucht sich zu erkennen, versucht sich verletzlich zu machen. Sich zur Disposition stellen, sich in die Sichtbarkeit zerren mit allem Denken, Fühlen und Handeln – das ist der politische Akt, der in diesem Buch versucht wird und der einerseits fiktional ist und andererseits mein Denken real verändert." Leonie Böhm

  • Aus dem Niederländischen von Helga van Beuningen
     
  • Mit Leonie Böhm, Annette Paulmann, Maren Solty

    Regie: Leonie Böhm
    Bühne: Zahava Rodrigo
    Kostüm: Belle Santos
    Dramaturgie: Theresa Schlesinger

Weitere Termine:

Samstag, 20.6., 20:00 Uhr

Mittwoch, 1.7., 20:00 Uhr

Dienstag, 7.7., 20:00 Uhr

Mittwoch, 11.7., 20:00 Uhr

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