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"König Ubu", Drama von Alfred Jarry, Theater St.Gallen

Premiere, 13. Mai 2016, 20 Uhr, Lokremise. -----

Dem ordinären, genussüchtigen und einfältigen Hauptmann Vater Ubu fehlt nichts im Leben. Bis ihn seine Frau, Mutter Ubu, auf die Idee bringt, dass er noch mehr Leberwurst haben könnte, wenn er König wäre.

Vater Ubu ermordet daraufhin hinterhältig die Königsfamilie und waltet als machthabender Tyrann fortan furzend, willkürlich und in selbstherrlicher Lust. In einem ebenso planlosen wie blutrünstigen Krieg gegen aufgebrachte Gegner wirft König Ubu aber das Handtuch und verkriecht sich in einer Höhle. Das war’s dann mit der Leberwurst.

Der französische Avantgardist Alfred Jarry (1873 – 1907) nimmt in König Ubu das Böse ins Visier und überzeichnet es ins Groteske, bis das Grauen in Gelächter umschlägt. Die Uraufführung löste 1896 einen Theaterskandal aus, zu derb fand man die Sprache, die Handlung zu abstrus. Heute gelten Werk und Autor als Wegbereiter des Absurden Theaters.

"Ehe Ubu ständig der Masse, die ihn nicht verstehen wird, und einigen nachsichtigen Freunden, die ihn kennen, erklärt wird, ist es vielleicht nützlich, ihn wenigstens für die letzteren durch seine Vergangenheit zu erklären, um mit diesem Biedermann restlos ins reine zu kommen. Er ist weder der Bourgeois noch der Flegel mit der grossen Schnauze; eher wäre er der perfekte Anarchist, mit jemem Etwas, das uns daran hindert, jemals zum perfekten Anarchisten zu werden, das heisst er ist ein Mensch aus Feigheit, Schmutz, Hässlichkeit usw.

Von den drei Seelen, die Plato unterscheidet: Kopf, Herz und Wanst -, ist allein letzterer bei ihm nicht embryonal. Ich weiss nicht, was der Name Ubu bedeutet, welcher vielleicht die Verballhornung des Namens seines zufälligen, nicht vorkommenden Prototyps ist: Ybes vielleicht, der Geier. Doch das ist nur eine Seite seiner Rolle. Wenn er einem Tier gleicht, so hat er in erster Linie ein Schweinsgesicht, eine Nase ähnlich dem Oberkiefer des Krokodils, und seine Umhüllung aus Pappe macht aus ihm einen Bruder ddes ästhetisch abscheulichsten Meeresbewohners, des Molluskenkrebses..."

Alfred Jarry in Paralipomena zu Ubu

Inszenierung Martin Schulze

Bühne und Kostüme Ulrich Leitner

Musik Dirk Raulf

Dramaturgie Nina Stazol

Vater Ubu Tim Kalhammer-Loew

Mutter Ubu Silvia Rhode

Hauptmann Bordure Romeo Meyer

König Wenzeslaus Marcus Schäfer

Königin Rosamunde Oliver Losehand

Prinz Bubeslaus Wendy Michelle Güntensperger

Verschworene Marcus Schäfer | Oliver Losehand

Soldaten Marcus Schäfer | Oliver Losehand

Richter Marcus Schäfer | Oliver Losehand

Adlige Oliver Losehand | Marcus Schäfer

Bauer 1 Oliver Losehand

Bauer 2 Marcus Schäfer

Pfuinanzherren Marcus Schäfer | Oliver Losehand

Ratsherren Oliver Losehand | Marcus Schäfer

Ein Bote Oliver Losehand

Zar Alexis Marcus Schäfer

Der Bär Romeo Meyer

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König Ubu

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