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„HASSREDEN“: MILO RAU PRÄSENTIERT „DIE MOSKAUER PROZESSE“ AM RESIDENZTHEATER MÜNCHEN

07.03.2014
Kategorien: Deutschland, News

15. März 2014, 20.00 Uhr, Marstall. -----

Film-Voraufführung und anschließende Diskussion im Marstall. Der Regisseur Milo Rau präsentiert unter dem Titel „Hassreden“ eine Voraufführung seines Filmes „Die Moskauer Prozesse“ mit anschließender Diskussion. Der offizielle Kinostart ist am 20. März 2014. „Hassreden“ ist der Auftakt der Zusammenarbeit zwischen Milo Rau und dem Residenztheater für eine neue Produktion in der

kommenden Spielzeit.

Milo Rau zeigt den Film am Residenztheater bereits vor dem Kinostart und debattiert anschließend mit dem Moskauer Philosophen Michail Ryklin (dessen Frau im Prozess gegen die Ausstellung „Vorsicht! Religion“ die Hauptangeklagte war) und Sylvia Sasse, Slawistikprofessorin an der Universität Zürich und Spezialistin für Gerichtsprozesse gegen und in der Kunst. Moderiert wird der Abend von der Russland-Expertin Christine Hamel, Autorin und Moderatorin beim Bayerischen Rundfunk.

Als im Sommer 2012 die Punk-Aktivistinnen von „Pussy Riot“ für einen unangemeldeten Auftritt in der Moskauer Erlöserkathedrale zu zwei Jahren Straflager verurteilt wurden, führte das zu Protestkundgebungen in der ganzen Welt. Doch es war nur der Endpunkt einer unterdessen 10-jährigen Reihe von Schauprozessen gegen Künstler und Dissidenten im System Putin. Für sein Projekt „Die Moskauer Prozesse“ versammelte Milo Rau die Protagonisten der Prozesse um „Pussy Riot“ und die Ausstellungen „Achtung! Religion!“ und „Verbotene Kunst“.

Rau lässt sie mit offenem Ausgang neu verhandeln. Auf der Bühne stehen dabei nicht Schauspieler, sondern Akteure aus dem realen, politischen Leben: professionelle Anwälte, Zeugen und Experten jeder politischen Couleur, darunter Katja Samuzewitsch („Pussy Riot“), Maxim Schewtschenko (Starmoderator des Staatsfernsehens), Wsewolod Tschaplin (Erzpriester) und der dissidente Philosoph Michail Ryklin. Im Stil eines Gerichtsdramas mit offenem Ausgang, in Kreuzverhören, Plädoyers und den Auseinandersetzungen am Rand des Prozesses entsteht so ein verstörendes und widersprüchliches Bild des heutigen Russland: Verletzt Putins Kulturpolitik die Meinungsfreiheit und die Menschenrechte? Oder ist es doch die Kunst, die die Gefühle der Gläubigen verletzt? Wer ist Angreifer, wer Verteidiger?

Der dreitägige Prozess, der mehrfach von den russischen Behörden und von Einheiten der Kosaken unterbrochen wurde, führte zu einem internationalen Skandal und zu einem Einreiseverbot gegen den Regisseur.

Der Film „Die Moskauer Prozesse“ dokumentiert das Projekt, beleuchtet die historischen und politischen Hintergründe und lässt die Beteiligten zu Wort kommen.

Die Moskauer Prozesse

Eine Filmdokumentation von Milo Rau

90 Minuten (russisch mit dt. Untertiteln)

Produktion: Fruitmarket Kultur und Medien GmbH & IIPM - International Institute of Political Murder

Verleih: RealFiction

Karten gibt es an den Kassen der Staatstheater, online unter www.residenztheater.de sowie

unter 089 2185 1940.

Weitere Informationen unter www.residenztheater.de

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Herausgeber des Beitrags: theaterkompass.de

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