Es gibt kein Vor und Zurück mehr – die Darsteller in Martinus »Komödie auf der Brücke« sitzen auf einer Brücke fest, und für die Protagonisten in Eggerts »Wir sind daheim« gibt es kein Entrinnen aus einem Keller. Diese beiden Werke aus dem 20. Jahrhundert bringen die sieben Mitglieder des Internationalen Opernstudios – zwischen 21 und 32 Jahre alt – ab dem 30. Juni auf die Bühne der Opera stabile.
Martinus 1937 als Radio-Oper uraufgeführte »Komödie auf der Brücke« steht in der Tradition kafkaesker Farcen. Auf einer Brücke, die zwei verfeindete Armeen voneinander trennt, treffen fünf Personen aufeinander, und keiner der Wachposten lässt sie zurück an eines der Ufer. Ihnen bleibt also nichts anderes übrig, als auf der Brücke zu verharren und zu warten. Daraus entspinnen sich die absurdesten Konflikte … Anna Skryleva, als Korrepetitorin an der Staatsoper engagiert, leitet Martinus Kammeroper. Der Musikalische Leiter des Opernstudios Alexander Winterson dirigiert »Wir sind daheim«. In Moritz Eggerts 1997 uraufgeführtem »Versatzstück« nach einem Libretto von Helmut Krausser ›rettet‹ eine Hausmeisterin eine junge Frau und zwei Männer vor einer vermeintlichen Katastrophe und sperrt sie in einen Kellerraum. Die Geretteten werden zu Gefangenen und finden sich immer mehr mit der Situation ab – der Keller wird ihr Zuhause. »Wenn unser Stück ein Bonbon wäre, er wäre mit Senf gefüllt«, sagte der Komponist über seinen Einakter. »Die Sprache der Sänger ist die des traditionellen Operngesangs, die Sprache der Musiker ist eher die der modernen Rock- oder Popmusik«, so Eggert.
Heiko Hentschel, Spielleiter an der Staatsoper, setzt beide Werke in Szene. Gemeinsam mit Hans Richter, der für Bühnenbild und Kostüme verantwortlich zeichnet, sucht er nach »verbindenden Unterschieden«: »Das Eingeschlossensein der Figuren, die kafkaeske Irrealität der Situation, die vorgebliche Paradoxie des Schlusses – diese Elemente sind beiden Stücken gemeinsam.« Und dem Publikum hat Heiko Hentschel eine besondere Rolle zugedacht – es darf sich auf einige Überraschungen gefasst machen.
Bohuslav Martinu: »Die Komödie auf der Brücke« / Moritz Eggert: »Wir sind daheim«
Eine Produktion des Internationalen Opernstudios der Hamburgischen Staatsoper
Vorstellungen: 2., 4., 6., 8. und 10. Juli 2011, 20.00 Uhr
Opera stabile
Das Internationale Opernstudio wird unterstützt von der Körber-Stiftung, der Stiftung zur Förderung der Hamburgischen Staatsoper, der Airbus Deutschland GmbH, der Berenberg Bank, der Commerzbank Stiftung und Herrn Jochen Kauffmann.
Karten für 18 Euro (ermäßigt 12 Euro) sind erhältlich an der Tageskasse der Hamburgischen Staatsoper, unter der Telefonnummer 040 / 35 68 68, im Internet unter www.staatsoper-hamburg.de sowie an allen bekannten Vorverkaufsstellen.

