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GOETHES URFAUST INS HEUTE VERSETZT

23.01.2006

Hessisches Staatstheater Wiesbaden

PREMIERE IN DER WARTBURG: Freitag, 27. Januar 2006, 20.00 Uhr, Schwalbacher Str. 51

Der junge Regisseur Tobias Materna, künstlerischer Leiter der Wartburg, interessiert sich für dieDirektheit und fiebrige Intensität des Urfaust und sucht nach Parallelen im Hier und Jetzt.

In seiner Inszenierung des ersten, wahrscheinlich in den Jahren 1772-1775

entstandenen dramatischen Entwurf zum Faust-Mythos, reißt ein junger,

alerter Mephisto einen ebenfalls jungen, sich aber schon sehr alt fühlenden

Faust aus seinen Grübeleien und verspricht ihm das volle Leben. Ob in

Auerbachs Keller oder in Gretchens Armen – Faust soll das Denken lassen und

einfach nur genießen! Gretchen aber stürzt dadurch ins Verderben. Sie ist

gefangen in Familien- und Glaubensstrukturen, deren Infragestellung oder

Übertretung sie nicht nur in schreckliche Gewissensnöte treibt, sondern sie

auch ganz reell mit der Gefahr, eine Schande für ihre Familie darzustellen,

bedroht. In Maternas Inszenierung entstammt Gretchen nicht mehr dem

Goetheschen christlichen Umfeld, sondern ist eine junge Muslimin, die in

Deutschland den Spagat zwischen verschiedenen Kulturen und

Glaubensrichtungen versucht und am rücksichtslosen Sinnsucher Faust

zerbrechen muss.

Regisseur Tobias Materna hat in den letzten Spielzeiten u.a. Elling, Der

Gast, Mobile Horror und Täglich Brot inszeniert.

Mit: Sebastian Münster (Faust), Jan Käfer (Mephistopheles), Neda Rahmanian

(Margarethe), Stefanie Hellmann (Marthe, Lieschen, Frosch), Bülent Özdil

(Valentin), Hanns Jörg Krumpholz (Wagner, Siebel), Uwe Kraus (Student,

Brander)

Weitere Termine: So., 12.02., Do., 16.02., jeweils 20.00 Uhr, Wartburg,

Schwalbacher Str. 51

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Herausgeber des Beitrags: theaterkompass.de

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