Zwar rettet Tancredi seine Geliebte vor der Hinrichtung, doch zweifelt er an ihrer Treue. Der Krieg mit den Sarazenen rückt näher, und Tancredi soll die Stadt in die entscheidende Schlacht führen.
So kompliziert sich das Libretto liest – neben dem abgefangenen Brief spielt auch die Beendigung einer Familienfehde und die damit verbundene Zwangsheirat eine Rolle –, so klar fasst Rossini das Geschehen in Musik. Mit Tancredi, seiner ersten Opera seria, startete der erst 20-Jährige seine internationale Karriere. Bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts wurde das Werk von New York bis Wien viel gespielt. Heute steht es im Schatten der komischen Opern Rossinis. Ein Grund dafür ist die dem Ende des Kastraten-Zeitalters geschuldete Besetzung der Titelpartie als Hosenrolle mit einem Mezzosopran, die jedoch von ganz eigenem Reiz ist. Die Partitur ist dem Belcanto-Ideal des 18. Jahrhunderts verpflichtet und verströmt klassizistische Anmut, geht jedoch kompositorisch neue Wege. Trotz der tragischen Verwicklungen dominiert ein ausgewogener, fast heiterer Grundton von arkadischer Schwerelosigkeit.
Melodramma eroico in zwei Akten
Text von Gaetano Rossi nach Voltaire
Uraufführung 1813, Teatro La Fenice, Venedig
In italienischer Sprache mit deutschen und englischen Übertiteln
Einführungen eine halbe Stunde vor Vorstellungsbeginn im Holzfoyer
Am 20. Juni findet das Nachgespräch Oper im Dialog anlässlich der Premiere von Tancredi statt.
Musikalische Leitung Giuliano Carella
Inszenierung Manuel Schmitt
Bühnenbild Bernhard Siegl
Kostüme Raphaela Rose
Licht Joachim Klein
Chor Manuel Pujol
Dramaturgie Konrad Kuhn
Argirio Theo Lebow
Amenaide Bianca Tognocchi
Orbazzano Kihwan Sim
Tancredi Cláudia Ribas
Isaura Ruby Dibble°
Loredana Clara Kim
Chor der Oper Frankfurt
Frankfurter Opern- und Museumsorchester
°Mitglied des Opernstudios


