Die Industrialisierung ist im vollen Gange. Während der Fortschritt alle überholt, sind die Menschen fasziniert und ängstlich. Die Zukunft kommt ganz ganz schnell, und überhaupt ist nichts mehr sicher und nichts wird mehr so sein, wie es immer war (*zwinkerzwinker*). Genau in dieser Zeit, da findet dieses Stück statt. Ein paar Teenies wissen überhaupt nichts, wirklich gar nichts, nicht mal, wo die Babys herkommen. Und die Großen um sie herum wissen alles: was das Leben ist und wie man sich benimmt.
Vielleicht bin ich noch nicht lang genug auf dieser Erde, aber zumindest in meiner Lebensspanne erlebe ich zum ersten Mal eine Zeit, in der die Regeln des Benehmens nicht von den Älteren kommen, sondern von den Jüngsten. Von den Jüngsten kommt auch alles Wissen, es steht ja dort, in der Technologie, die sie bedienen können. Die Alten haben kein Wissen mehr weiterzugeben, sondern nur Geschichten über Gefühle und wie schön das Leben sein könnte. Das Monopol für das Wissen und Richtig und Falsch liegt nun bei den Jungen, die dafür teuer bezahlen mit Handlungsunfähigkeit und Angst vor allem. Deswegen möchte ich gern »Frühlings Erwachen« mit Rentnern in den Rollen der Teenager und mit jungen Schauspieler:innen in den Rollen der Erwachsenen aufführen. Alte, faltige Teenager, voller Gefühle und Lust auf Risiko und den Herzschlag, gemäßigt und eingefangen von dermatologischem Hochglanz junger Menschen voller Angst und Reglement.
Mit Caroline Cousin, Brigitte Fieber, Petra Lehmann, Hartmut Misgeld, Maria Pehe, Gregor Russ, Valentin Stückl
Live-Musik / Korrepetition / musikalische Leitung Thorsten Drücker
Regie Bonn Park
Choreografie Rebeka Mondovics
Bühne Julia Nussbaumer
Kostüm Sina Manthey
Musik Ben Roessler
Dramaturgie Anika Steinhoff
Do, 22.01. / 20:00
Do, 29.01. / 20:00
Do, 05.02. / 20:00
Sa, 21.02. / 20:00

