Kaum entdecken die beiden so „Umworbenen“, Alice Ford und Meg Page, die durchsichtige Masche, beginnt das Pläneschmieden: Gemeinsam mit Mrs. Quickly und Alices Tochter Nannetta wollen sie dem vermeintlichen Verehrer eine Lektion erteilen. Wenn man Nannetta bei der Gelegenheit davor bewahren kann, dass sie auf Wunsch ihres Vaters mit dem etwas hüftsteifen Dr. Cajus verkuppelt wird, umso besser. Um an ihr Ziel zu kommen, müssen die Frauen allerdings selbst zu etwas unlauteren Mitteln greifen. Und zunehmend ungünstig ist auch, dass Ford manches von den Plänen der Frauen aufschnappt – allerdings nur den Teil, der den eifersüchtigen Gatten in ihm hervorkehrt …
Verdis Falstaff ist in musikalisch einnehmendem Gewand die Verkörperung einer Maßlosigkeit, für die allzu oft andere einstehen müssen. Auch Falstaffs Charme und Witz können nicht verhindern, dass er die Rechnung dafür präsentiert bekommt, die Befriedigung der eigenen Bedürfnisse stets über alle gesellschaftlichen Regeln zu stellen. Und genau das geschieht in Verdis letzter Oper, dieser bitterbösen Komödie, die dem italienischen Erbe der Opera buffa die späte Krone aufsetzt. Mit Situationskomik und viel Esprit zeigt Verena Stoibers Inszenierung Falstaff als heutigen Prototypen eines Mannes, dessen Rüpeligkeiten humorvoll, aber gründlich hinterfragt gehören. Und auch wenn die Frauen am Ende ihr Ziel erreichen, sind sie doch, wie es in Verdis berühmter Schlussfuge heißt, „tutti gabbati“ – alle bekommen am Ende ihr sprichwörtliches Fett weg.
Musikalische Leitung: Gabriel Venzago
Inszenierung: Verena Stoiber
Ausstattung: Clara Hertel
Mitarbeit Kostüm: Elena Scheicher
Licht: Karin Gebert
Video: Jonas Dahl, Wiebke Schnapper
Chorleitung: Sebastian Hernandez-Laverny
Dramaturgie: Theresa Steinacker
Sir John Falstaff: Derrick Ballard
Ford: Brett Carter
Fenton: Myungin Lee (13.6., 25.6.) / Mark Watson Williams (17.6.)
Dr. Cajus: Yoonki Baek
Bardolfo: Collin André Schöning
Pistola: Stephan Bootz
Alice Ford: Nadja Stefanoff
Nannetta: Julietta Aleksanyan (13.6., 25.6.) / Alexandra Samouilidou (17.6.)
Mrs. Quickly: Abongile Fumba
Meg Page: Verena Tönjes (13.6., 17.6.) / Alexandra Uchlin (25.6.)
Live-Kamera: Christophe Pangels
Philharmonisches Staatsorchester Mainz
Chor des Staatstheater Mainz
Statisterie des Staatstheater Mainz
TERMINE
17.06.2026, 25.06.2026

