Es geht um den zwergenhaften Loktibrada, dessen Listigkeit von bedrohlichen Klängen dargestellt wird, sowie die Weiße Dame aus dem Ort Levoce, die auf die von den Habsburgern hingerichtete ungarische Adelige Julianna Korponay-Geczy zurückgeht. Komponiert hat Danko dieses Werk für das Littmann Quintett, das in diesem Jahr sein 20-jähriges Bestehen feiert. Im Mozartsaal konnten Julia Köhl (Flöte), Nadine Bauer (Oboe), Frank Bunselmeyer (Klarinette), Christina Becker (Fagott) und Susanne Wichmann (Horn) als Littmann Quintett sowie Polina Jakovleva (Klavier) den Klangzauber dieser mystischen Komposition eindrucksvoll beschwören. Im ersten Satz werden Dur und Moll in magischer Weise gleichzeitig betont, scharfe rhythmische Kontraste und unterschiedliche Harmonien ergänzen sich überaus fantasievoll und auch spannungsgeladen. Das Groteske unterstrich das Littmann Quintett hier ausgezeichnet. Der bizarre Zwerg und die tragische Adelige standen sich kontrastreich gegenüber. Die Volksmusik der Karpaten setzte sich bei dieser ausgefeilten Wiedergabe dann im zweiten Satz durch. Die Spielweise der Querflöte glich einer Hirtenflöte. Dann imitierte die Klarinette gewitzt ein Tarogato - ein traditionelles Rohrblattinstrument der ungarischen Musik. Gegen Ende des Werkes werden ausgewählte Saiten mit einem Streifen aus feinem Wollfilz gedämpft. Dadurch wird ein Hackbrett (Cimbalom) facettenreich imitiert.
Leos Janaceks Suite "Mladi" ist der Rückblick eines 70-jährigen auf vergangene Zeiten. Janacek erinnert sich hier an seine Jugendzeit im Brünner Kloster. Das charakteristische Motiv des ersten Satzes gewann bei dieser konzentrierten Wiedergabe eine erstaunliche Intensität. Die Sprachmelodie der Worte "Jugend, goldene Jugend" prägte sich tief ein. Es war die geheimnisvolle Keimzelle aller vier Sätze, was bei dieser einfühlsamen Interpretation deutlich wurde. Für das stürmisch musizierte Allegro mit dem polyrhythmischen zweiten Thema hatte die Formation genauso viel Sinn wie für das nachdenklich-philosophische Andante sostenuto, in dessen Mittelteil Vogelstimmen aufzuleuchten schienen. Das tänzerische Scherzo wurde dann von einem vor Einfällen nur so sprudelnden Finale gekrönt. Das Littmann Quintett musizierte dieses Werk in hervorragender Weise. Zum Littmann Quintett kam noch Stefanie Faber (Bassklarinette) hinzu.
Zum Abschluss war das Trio für Violine, Violoncello und Klavier Nr. 1 in B-Dur op. post. 99 D 898 von Franz Schubert zu hören. Ausgesprochen energiegeladen begann das erste Allegro moderato, dessen Hauptthema die beiden Streicher dem Klavier spannungsgeladen gegenüberstellten. Der punktierte Bass war dann deutlich im Pizzicato des Cellos zu hören. Der lyrische Gesang des zweiten Themas wurde exzellent herausgearbeitet. Beide Streicher schlossen sich in Paralleloktaven zusammen. Die innige Lyrik des Andantes in Es-Dur mit seinem suggestiven melodischen Linienspiel wurde von Katrin Scheytt (Violine), Philipp Körner (Violoncello) und Julia Brusentsova (Klavier) voll ausgekostet. Der c-Moll-Mittelteil mit seiner synkopischen Begleitung verstärkte noch den leidenschaftlichen Eindruck dieses Satzes. Die Staccato-Phrasierung des Scherzos wirkte ausgezeichnet. Das Trio in Es-Dur gipfelte in einem fulminanten Forte, nachdem sich zuvor ein Walzer gemeldet hatte. Höhepunkt dieser Wiedergabe war dann allerdings das Final-Rondo, dessen motivisch-thematische Einfälle nuancenreich betont wurden. Insbesondere das markante Unisono-Motiv wurde überzeugend herausgearbeitet. Die konflikthafte Zuspitzung erinnerte in bemerkenswerter Weise an eine Durchführung mit dynamischen Akzenten und imitatorischen Sequenzen. Und die wienerische Tanzmelodie gelang dem Ensemble mit federnder Leichtigkeit und schwungvoller Emphase! Die Tremoli aller Instrumente sowie die Betonung extremer Lagen hinterließen einen tiefen Eindruck.
Begeisterter Schlussapplaus!

