Der Blockflötist Max Volbers springt auf diesen Zug auf. Sein neues Album "Wunderkammer" entstand in Kooperation mit Deutschlandfunk Kultur. Gemeinsam mit dem international gefeierten Originalklang-Ensemble Il Pomo d'Oro präsentiert er seine selbst zusammengestellte, klangfarbenreiche Suite Pasticcio. Sätze aus verschiedenen Telemann-Werken werden hier zu einem Ganzen verbunden. Dabei hört man dann die zwitschernde Nachtigall im "Rossignol" sowie die grotesken Stimmungsschwankungen im "L'Hypochondre" sowie die tragikomische Altersgebrechlichkeit in "Les vielles femmes". Die düstere Sonate in f-Moll wird ergänzt von der traumhaften Schlafszene aus der Oper "Pastorelle en musique". Die Schäferin Caliste ist hier unschlüssig, ob sie sich an ihren Verehrer Damon binden und ihre Freiheit damit aufs Spiel setzten soll. Sie flüchtet sich in den Schlaf, um hinterher schlauer zu sein.
Max Volbers und sein sensibles Ensemble interpretieren dies alles mit Feingefühl und stilistischer Sicherheit. Im Vergleich zu Johann Sebastian Bach verwendete Telemann übrigens eigene Werke relativ selten mehrfach und nutzte die Technik des Pasticcios, also des Zusammenfügens einzelner Teile aus unterschiedlichen Werken zu einem neuen Ganzen, was man auf dieser CD überzeugend nachvollziehen kann. Der kontrapunktisch reichen Ouvertüre aus "La Bizarre" folgt ein dezent musizierter Satz aus der bekannten Suite "Burlesque de Quixotte", in dem Don Quichotte seine Angebetete Dulcinea anhimmelt! Aus der reizvollen Suite "La Musette" stammt die "Harlequinade", in welchem Altmeister Telemann den aus der Commedia dell'arte stammenden Harlekin wild hüpfen lässt.
Eine Rarität sind ferner die zwanzig kleinen Fugen, die er im Jahre 1731 veröffentlichte. Sie kommen alle ohne Pedal aus. Dabei sticht die Kleine Fuge in a-Moll heraus, die harmonisch sehr streng gesetzt ist. Die Ouvertüren-Suite in a-Moll wird hier ebenfalls sehr ausdrucksstark und vielschichtig interpretiert. So ist die "Air a l'italien" das stimmungsvolle Abbild einer ergreifenden italienischen Opernarie. Die "Rejouissance" gibt sich elektrisierend-feurig, während die anderen Tanzsätze wie Polonaise oder Passepied galant und manchmal fast atemlos-schnell daherkommen.
Empfehlung!


