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Erasing Café M - Eine Inszenierung von Sebastian Blasius im i - camp/neues theater mün chen

25.05.2013

Premiere: 1/ 2.Juni 2013, 20:30 Uhr, Entenbachstr. 37, München. -----

Der Regisseur und Choreograph Sebastian Blasius hat gemeinsam mit dem Dramaturgen Daniel Franz bereits mehrfach im Münchner i-camp die Ergebnisse ihrer Recherche zu Verfahren der Rekonstruktion von historischen Aufführungen vorgestellt.

Sie studierten am renommierten Institut für Angewandte Theaterwissenschaft in Gießen und arbeiten seit 4 Jahren kontinuierlich an künstlerischen Projekten mit internationaler Ausstrahlung. Ihre Arbeiten sind schwerpunktmäßig im Genre 'Tanz' angesiedelt und schlagen immer wieder Brücken zu den angrenzenden Gattungen Sprechtheater, der bildenden Kunst oder dem Hörspiel. Die längerfristige Recherche befasst sich mit dem Rückgriff auf historische Inszenierungen und Performances und setzt sich zum Ziel einen Raum für aktuelle Auseinandersetzungen zu schaffen. Dazu werden die vormaligen Aufführungen partiell rekonstruiert und mit eigenen, zeitgenössischen Fragestellungen konfrontiert, so dass es zu kontrastreichen Wechselverh.ltnissen von verschiedenen Prozessen auf der Bühne und ihren Zeitlichkeiten kommt. Ein weiteres Ziel dieser Arbeitsweise besteht darin, genormte Seh- und Hörgewohnheiten aufzubrechen: Konventionen von Darstellung und Narration werden aufgerufen,

um sie vor dem Hintergrund aktueller gesellschafts-politischer Prozesse neu zu justieren.

Die bisherigen Arbeiten, darunter APPROPRIATION. PARASITEN. KRAPP'S LAST TAPE (2009/10), Present Continuous Past(s) (2011) und WOYZECK .BERSCHREIBEN (2012) erreichten nationale wie internationale Ausstrahlung und wurden im theoretisch-wissenschaftlichen Kontext rezipiert.

In ihrem aktuellen Projekt "ERASING CAFÉ M" setzen sich die beiden Theaterkünstler nun erstmals mit

einer sehr prominenten Choreografie auseinander: Pina Bauschs "Café Müller" von 1978. Als stilbildendes Beispiel für die Tanztheaterkunst in Deutschland wurde das Stück über viele Jahre von

Pina Bausch selbst getanzt und war weltweit auf Tourneen sowie in Spiel- und Dokumentarfilmen zu

sehen.

Sebastian Blasius und Daniel Franz fragen in "ERASING CAFÉ M" nach den (Un)Möglichkeiten des

Erinnerns dieser Choreografie: Was bleibt, wenn wir uns die Bewegungen versuchen vorzustellen und

nachzutanzen? Welche Lücken, welche Löschungen nehmen Gedächtnis und Körper ungefragt vor? Und

was erzählen uns die verbliebenen Erinnerungen über unser eigenes Verhältnis zu Vergangenem? Was

bleibt bestehen und was ist vielleicht schon immer oder für immer verschwunden?

Gemeinsam mit Ihrem Team aus den TänzerInnen Yaara Dolev, Joris Camelin und Maya Weinberg, dem

Zeichner und bildenden Künstler Ralph Ziervogel und dem Hörspielmacher Christoph Korn, wollen

Sebastian Blasius und Daniel Franz das Archiv "Café Müller" durchqueren und behaupten, dass das Archiv allem voran eine Aufgabe hat: Das zu Archivierende durch eine ständige Neuperspektivierung porös zu machen, um es für neue Betrachtungsweisen zugänglich zu machen, was in erster Linie bedeutet, weit über eine bloße Reproduktion "hinaustanzen" zu müssen.

Choreografie: Sebastian Blasius // Dramaturgie: Daniel Franz // Tanz: Joris Camelin, Yaara Dolev,

Maya Weinberg // Bühnenbild: Ralph Ziervogel // Ton und Komposition: Christoph Korn

„Erasing Café M“ ist eine Produktion von Sebastian Blasius in Kooperation mit Sophiensaele Berlin.

Die Produktion wird durch das Kulturreferat der Landeshauptstadt München, Bezirksregierung Köln, Rudolf Augstein Stiftung, KunstSalon Stiftung und Bezirksregierung Oberbayern gefördert.

Die Premiere findet mit freundlicher Unterstützung durch i-camp/neues theater münchen statt.

Choreografie: Sebastian Blasius

Dramaturgie: Daniel Franz

Tanz: Joris Camelin, Yaara Dolev, Maya Weinberg

Bühnenbild: Ralf Ziervogel

Ton und Komposition: Christoph Korn

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Herausgeber des Beitrags: theaterkompass.de

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