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EIN SPANISCHER MOZART -- Komplette Streichquartette von Juan Chrisostomo de Arriaga zum 200. Todestag bei Cobra Records

Juni 2026

Geschrieben von ALEXANDER WALTHER

Juan Chrisostomo de Arriaga war ein tragischer Held der Romantik. Er wurde am 27. Januar 1806 in Bilbao geboren - am selben Tag wie Mozart! Schon vor seinem zwölften Lebensjahr erklangen Arriagas Kompositionen in den Konzertsälen seiner Heimatstadt, darunter sogar eine frühe Oper. Er komponierte seine drei Streichquartette im Alter von nur 16 Jahren! Sein früher Tod mit noch nicht einmal zwanzig Jahren schien einer ganzen Generation spanischer Komponisten die Hoffnung auf eine musikalische Blüte zu nehmen.

© James Rajotte

Heute sind gerade die wertvollen und kontrapuntkisch raffinierten Streichquartette aus den Pariser Jahren im Konzertleben höchst lebendig. Das Cuarteto Quiroga musiziert hier wie aus einem Guss, lässt bereits beim ersten Streichquartett in d-Moll den thematischen Reichtum voll aufblühen. Leidenschaftliches Musizieren imponiert hier in besonderer Weise - und auch die formale Präzision bleibt immer gewahrt. Authentische Klangwelten werden so erlebbar gemacht. 

Beim zweiten Streichquartett in A-Dur stechen die präzisen Pizzicati im Andante-Satz hervor. Überhaupt akzentuieren die Musiker das sphärenhafte Schweben der Klangflächen hier ausgezeichnet. Empfindsam, virtuos und brillant zugleich erscheint diese leuchtkräftige Musik, deren Motive manchmal wie Wassertropfen herausspritzen! 

Ganz besonders einprägsam ist das Streichquartett Nr. 3 in Es-Dur, wo die Tremoli im zweiten Satz Pastorale (Andantino) den Hörer sofort fesseln. Der Unisono-Beginn gelingt hier bestrickend. Das Hauptthema wird in reizvoller Weise zum Seitenthema verändert. Die lyrische Umformung des Unisono-Motivs als Dialog von Erster Violine und Cello mündet in eine leidenschaftliche Kantilene, die die Musiker voll erfassen. Insbesondere die Hirtenidylle des zweiten Satzes kann den Hörer hier verzaubern. Die Spielanweisung "dolce" charakterisiert ein originelles Vogelgezwitscher. In der Ferne zieht ein Gewitter herauf. Erinnerungen an Beethovens "Pastorale" werden wach. Neben den Tremoli bestricken Intervalle und fremdartige harmonische Wendungen. Die Wendung von G-Dur nach g-Moll macht dann deutlich, dass die Bedrohung weiter besteht. Der dritte Satz fasziniert mehr als Scherzo denn als Menuett. Chromatik belebt den sanften Fluss des Eingangsthemas. Beschwingt kommt zuletzt das Hauptthema des vierten Satzes daher, dessen klangliche Balance das Cuarteto Quiroga ausgesprochen einfühlsam betont. Der Trioteil lässt den Unterschied von Haupt- und Seitenthema energischer erscheinen. Und atemlos wird dann der Presto-Teil musiziert. Wie im ersten Teil wiederholt sich nur leicht gekürzt und feurig die Exposition. 

Und das Cuarteto Quiroga spielt auf Darmsaiten. Empfehlung! 

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