Logo of theaterkompass.de
HomeBeiträge
"Dysmorphomanie" von Vladimir Sorokin im Schauspiel Stuttgart"Dysmorphomanie" von Vladimir Sorokin im Schauspiel Stuttgart"Dysmorphomanie" von...

"Dysmorphomanie" von Vladimir Sorokin im Schauspiel Stuttgart

Premiere am 2. April 2016, 20:00, im Nord. -----

Vladimir Sorokin, geboren 1955 bei Moskau, zählt als scharfer Kritiker der russischen Eliten zu den bekanntesten Schriftstellern und Dramatikern Russlands. Das Stück Dysmorphomanie schrieb er im Jahr 1992, als die neue Freiheit die zerfallene UdSSR ins gesellschaftliche Chaos stürzte.

Patient G., 23 Jahre alt, hat das Gefühl, seine Nase sei „anders“. Patientin D., 18 Jahre, glaubt fest daran, dass sie schlecht rieche. Patient T., 20 Jahre, ist sich sicher, ständig ausgelacht zu werden. „Zuerst wusste er nicht weshalb, doch dann, als er sich einmal im Spiegel betrachtete, ‚erkannte‘ er den Grund des Spottes: ‚Der Unterkiefer hatte sich verformt‘“.

 

Eine psychiatrische Anstalt. Sieben Patienten. Alle leiden an derselben Krankheit: Dysmorphomanie. Sie sind besessen von der Vorstellung, einen Defekt zu haben und versuchen, ihre angeblichen Deformationen zu verbergen. Die Anstaltsleitung glänzt derweil durch Zwang und Abwesenheit. Nur durch einen Lautsprecher erteilt sie den Befehl: „Spielen“! Und so wirft sich die Gruppe von Patienten in Theaterkostüme. Ein Karussell aus Shakespeare-Szenen beginnt sich rasend zu drehen. Sein oder Nicht-Sein. Die Anstalt wird zur Bühne.

 

Vladimir Sorokin, geboren 1955 bei Moskau, zählt zu den bekanntesten Schriftstellern und Dramatikern Russlands. Als scharfer Kritiker der russischen Eliten gerät er immer wieder in Konflikt mit regimetreuen Gruppierungen. Nach dem gefeierten Roman Der Schneesturm (2012) veröffentlichte er 2015 mit Telluria eine fulminante Zukunftsvision der Welt um die Mitte des 21. Jahrhunderts. Vladimir Sorokin wurde national und international für seine literarische Arbeit ausgezeichnet. Das Stück Dysmorphomanie schrieb er im Jahr 1992, als die neue Freiheit die zerfallene UdSSR ins gesellschaftliche Chaos stürzte.

 

Am Schauspiel Stuttgart kommt die Parabel über psychiatrischen Zwang und den Wert der Freiheit mit dem 3. Jahrgang der Stuttgarter Schauspielschule auf die Bühne. Nach dem Theaterprojekt Schulden. Die ersten 5000 Jahre (David Graeber) und den Produktionen Seymour (Anne Lepper) und Das schweigende Mädchen (Elfriede Jelinek) ist Dysmorphomanie die vierte Koproduktion mit der Staatlichen Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Stuttgart.

 

Aus dem Russischen von Peter Urban

 

Mit Mattea Cavic*, Ognjen Koldzic*, Simon Mazouri*, Viktoria Mikhnevich*, Mark Ortel*, Franziska Maria Pößl*, Vera Maria Schmidt*

 

Regie Wolfgang Michalek,

Bühne Julian Marbach,

Kostüme Sara Kittelmann,

Dramaturgie Bernd Isele

 

Weitere Vorstellungen am 03.,08.,09.,10.,und 16. April

Weitere Informationen zu diesem Beitrag

Lesezeit für diesen Artikel: 11 Minuten



Herausgeber des Beitrags:

Kritiken

DEM VOLKSTÜMLICHEN VERBUNDEN -- Zweiter Teil des Tschaikowsky-Zyklus' mit dem Staatsorchester Stuttgartder in der Liederhalle/STUTTGART

Das Staatsorchester Stuttgart musizierte unter der elektrisierenden Leitung von Cornelius Meister im zweiten Teil des Tschaikowsky-Zyklus zunächst die selten zu hörende Sinfonie Nr. 2 in c-Moll aus…

Von: ALEXANDER WALTHER

ANKLÄNGE AN SCHWANENSEE --Tschaikowsky-Zyklus, 7. Sinfoniekonzert des Staatsorchesters Stuttgart unter Cornelius Meister

Die eher selten zu hörende Sinfonie Nr. 1 in g-Moll "Winterträume" op. 13 von Peter Tschaikowsky besitzt überraschende Anklänge an dessen Ballettmusiken zu "Nussknacker" und "Schwanensee", was…

Von: ALEXANDER WALTHER

MIT STÜRMISCHER BEWEGUNG -- Carl-Flesch-Akademie Baden-Baden mit Meisterkonzert 2.0 Kammermusik im Hotel Maison Messmer

Diesmal konnte man die Auslese aus fast 280 Bewerbungen aus 56 Ländern hören. Es war ein ausgezeichnetes Kammermusik-Konzert der Extraklasse. Zunächst erklang das mit feinsinniger Balance musizierte…

Von: ALEXANDER WALTHER

LIEBE IST ETWAS WUNDERBARES -- Martina Gedeck und Xavier de Maistre im Ordenssaal bei den Ludwigsburger Schlossfestspielen

"Licht und Schatten" in Musik und Literatur beleuchteten sehr eindrucksvoll die bekannte Schauspielerin Martina Gedeck und der berühmte Harfenist Xavier de Maistre im Ordenssaal. Von Rainer Maria…

Von: ALEXANDER WALTHER

Schlussapplaus -- „Favourite Things“ von Demis Volpi in der deutschen Oper am Rhein

Das Beste kommt zum Schluss! Lieblingstücke der Ballettkompagnie, des Publikums, des Ballettdirektors, mit „Favourite Things“ verabschiedet sich Demis Volpi vom Ballett am Rhein um die Nachfolge von…

Von: Dagmar Kurtz

Alle Kritiken anzeigen

folgen Sie uns auf

Theaterkompass

Der Theaterkompass ist eine Plattform für aktuelle Neuigkeiten aus den Schauspiel-, Opern- & Tanztheaterwelten in Deutschland, Österreich und Schweiz.

Seit 2000 sorgen wir regelmäßig für News, Kritiken und theaterrelevante Beiträge.

Hintergrundbild der Seite
Top ↑