Statt aktiv einzugreifen, bleibt Törleß Beobachter, fast gleichgültig gegenüber dem, was geschieht und spiegelt so die innere Zerrissenheit zwischen Rationalität und Emotionalität, zwischen Intellekt und mystischer Welterfahrung.
Immer wieder sucht er das Gespräch mit Basini, will wissen, wie dieser sich fühlt, während er die Dinge mit sich geschehen lässt – was Basinis Verzweiflung nur noch verstärkt. Allmählich wird deutlich, dass Törleß weniger die anderen beobachtet als vielmehr sich selbst: Er ringt darum zu begreifen, was in ihm vorgeht, während er Zeuge der Qualen eines anderen wird. Gefangen zwischen Faszination und Abscheu, gerät Törleß immer tiefer in ein Netz aus Demütigung, Gewalt und psychologischen Abgründen – und beginnt, an den Grenzen von Moral, Identität und Macht zu zweifeln.
Musils 1906 erschienener Roman ist eine zeitlose Studie über das Erwachsenwerden, über die dunklen Seiten der menschlichen Natur und die Entstehung autoritärer Strukturen. Das Werk zeigt eindringlich, wie aktuell Fragen nach Verantwortung, Mitläufertum und Zivilcourage auch heute sind. Und es stellt nicht zuletzt die große Frage nach Gut und Böse – und danach, wozu ein Mensch fähig ist.
Ein intensives Theatererlebnis, das verstört, berührt, zum Nachdenken anregt und dazu einlädt, sich mit Fragen von Moral, Verantwortung und der dunklen Seite menschlicher Natur auseinanderzusetzen.
Besetzung
Törleß Ludwig Wendelin Weißenberger
Basini Robin Jentys
Reiting Haris Ademovic
Beineberg Jakob Elsenwenger
Regie Thomas Birkmeir
Bühnenbild Ulv Jakobsen
Kostümbild Irmgard Kersting
Licht Lukas Kaltenbäck
Dramaturgie Gerald Maria Bauer
Assistenz und Teilinspizienz Natalie Ogris
Teilinspizienz Lara Maria Schöttl
Hospitanz Maximilian Hofstätter
Vorstellungen von 10. Jänner bis 20. März 2026


