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DIE PRÄSIDENTINNEN Werner Schwab im Residenztheater München

Premiere Fr 12. Juni 2026, 19.30 Uhr, Residenztheater

Die beiden Mindestrentnerinnen Grete und Erna phantasieren sich mit Mariedl, der dritten im Bunde, aus Ernas Wohnküche und prekären Verhältnissen in ein geglücktes Dasein. Sie unterhalten sich über Gott und die Welt, über Sex und verstopfte Aborte, denn Mariedl ist Klofrau von Beruf und aus Berufung, weshalb »Die Präsidentinnen« auch zu Werner Schwabs »Fäkaliendramen« zählt.

© Birgit Hupfeld

Der österreichische Dramatiker schuf drei unverwechselbare Frauenfiguren, die ihren bescheidenen Platz im Leben zu verteidigen suchen und dabei über ihren Größenwahn stolpern. Zunächst von zahlreichen Theatern und Verlagen abgelehnt, ist »Die Präsidentinnen« längst zum modernen Klassiker avanciert, der die Gattung des Volksstücks radikal erneuert hat. Zentrales Element der Neuerung ist nicht zuletzt die eigenwillige Sprache, die als »Schwabisch« in die Literatur eingegangen ist. 

Wir befinden uns in einer bescheidenen Wohnküche, der Fernseher läuft, es predigt der Papst. Erna, Grete und Mariedl, drei Damen unterschiedlichen Alters und Naturells, sind seine treuesten Anhängerinnen. Aber eigentlich finden sie es viel interessanter, über sich selbst zu reden. Dabei ziehen sie mit lustvoller Rhetorik über die Welt da draußen im Allgemeinen und über die jeweils anderen beiden im Speziellen her. Sie erfinden Fantasiewelten, in denen sie der Mittelpunkt, in denen sie die Stars sind. Darin feiern sich vor allem Erna und Grete, die sich an ihren mit Halbwissen und Doppelmoral gespickten Sprachpirouetten so lange selbst berauschen, bis die Jüngste, das Mariedl, sie unsanft aus ihren Träumen reißt und auf den Boden der Tatsachen zurückholt, was zu keinem guten Ende führt.

Der österreichische Dramatiker Werner Schwab – 1994 im Alter von nur fünfunddreißig Jahren verstorben – gilt als radikaler Erneuerer des Volksstücks und als Sprachvirtuose, der mit seinem «Schwabisch» einen ganz neuen Bühnensound erfand. Gleich zu Anfang seiner Karriere schuf er in seiner Komödie «Die Präsidentinnen», die zu seinen «Fäkaliendramen» zählt, drei unverwechselbare Frauenfiguren, die mit Bauernschläue und Überlebenswillen ihren bescheidenen Platz im Leben zu verteidigen suchen und dabei über ihren Größenwahn stolpern.

Nach ihrer Inszenierung von Samuel Becketts «Warten auf Godot» für einen «all male cast» bringt Hausregisseurin Claudia Bauer Schwabs modernen Klassiker für drei Schauspielerinnen hochmusikalisch auf die Bühne.

INSZENIERUNG Claudia Bauer | BÜHNE Andreas Auerbach | KOSTÜME Vanessa Rust | KOMPOSITION UND MUSIKALISCHE Leitung Monika Roscher | VIDEO Jonas Alsleben | LICHT Gerrit Jurda | DRAMATURGIE Constanze Kargl

MIT Katja Jung, Myriam Schröder, Lisa Wagner sowie Fabian Löbhard, Felix Renner und Alexander Vičar (Live-Musik)

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